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"Größtes Volksfest des Ruhrgebiets"

15.05.2008 | 13:51 Uhr

Der Organisator des Karstadt-Marathon, Volker Ebener, sagt, warum sich der Besuch der größen Laufveranstaltung lohnt, und warum er zurücktreten wollte.

Foto Remo Bodo Tietz Karstadt Marathon PK,Essen (vl) Volker Ebener ( Geschäftsführer Idko),Ironman Andreas Niedrig, Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger, Dr. Ralph Hartmann (Geschäftsführer Karstadt Sport)

Volker Ebener ist der Marathon-Macher. Der 62-Jährige organisiert zum 5. Mal den Lauf durchs Revier. Der gelernte Jurist und ehemalige Deutsche Meister im Judo denkt an alles. Bloß nicht ans Aufhören

Worin unterscheidet sich der Marathon 2008 von seinen Vorgängern?

Volker Ebener: Wir haben an vielen Details gefeilt, um den Marathon noch ausgereifter, bunter und spannender zu machen. Nur kürzer machen konnten wir ihn nicht. Ebenso konnten wir zahlreiche Bands und Showacts gewinnen, die vor allem unsere „Nachwuchsathleten” erfreuen werden: Marquess, Martin Stosch, Part Six und viele andere.

Warum sollten die Zuschauer am Sonntag unbedingt an die Strecke kommen? Ebener: An der Strecke des Marathons hat sich von Anfang an ein Eigenleben entwickelt, das in der Marathonszene inzwischen Kultcharakter hat. Entscheidend sind sicher nicht allein die von uns engagierten Künstler, sondern auch der Trompeter unter der Brücke, das Klavier auf dem Balkon oder die geöffnete Kirchentür, aus der Orgelmusik klingt. Es wird geklatscht, gezapft und gegrillt. Kurzum: An der Strecke spielt sich das größte Volksfest des Ruhrgebiets ab.

Welches war das größte Problem bei der Vorbereitung auf den Marathon 2008?

Ebener: Bei tragischen Ereignissen, wie den beiden Todesfällen im letzten Jahr, decken viele Veranstalter gerne schnellstmöglich den Mantel des Schweigens darüber. Wir wollten so nicht weiter machen. Mediziner und der Verband German Road Racers haben inzwischen den so genannten PAPS Test oder persönliche Aktivitäts- und Präventions-Screeningtest auf den Weg gebracht. Mit unserem Marathon-Arzt Dr. Schubert haben wir mit leistungsdiagnostischen Instituten über Kostenvergünstigungen für unsere Athleten bei den Untersuchungen verhandelt und die Institute im Internet veröffentlicht.

Dachten Sie schon mal daran, die Brocken hinzuwerfen?

Ebener: Ja, mehrfach! Und zwar immer dann, wenn ich Menschen im Ruhrgebiet gegenübersitze, die nicht über den Teller- bzw. Stadtrand ihrer eigenen Kommune hinwegsehen können oder wollen. Das Ruhrgebiet will als RuhrMetropole 2010 Kulturhauptstadt sein. Bis dahin sollten diese Menschen den Begriff „unser” nicht nur für die eigene Stadt, sondern für das gesamte Ruhrgebiet anwenden können.

Welche neuen Disziplinen sind denkbar?

Ebener: Um eine Attraktion reicher wird der Marathon bereits in diesem Jahr: Es wird zum ersten Mal eine Gruppe sportlicher Tretroller-Fahrer an den Start gehen. Die Roller, mit Rädern groß wie bei Fahrrädern, erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 75 km/h. Ganz und gar kein Kinderkram also.

Wo sehen Sie den Karstadt Marathon in 10 Jahren?

Ebener: Wir behaupten uns in der Spitze der großen deutschen Marathonveranstaltungen, selbstbewusst an der Seite Berlins – und ich stehe als Pensionär unter den Zuschauern und freue mich darüber.

Wann überschreitet der Tausendsassa Volker Ebener die berufliche Ziellinie? Ebener: Ich habe mich in den letzten Jahren schon von einigen meiner Unternehmen und Firmen getrennt. Arbeiten werde ich allerdings so lange und in dem Umfang, wie meine Gesundheit es zulässt. 

Die Fragen stellte Philipp Jann

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