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Geschwistersieg: Eins – Zwei – Dreier!

01.01.2009 | 20:13 Uhr
Geschwistersieg: Eins – Zwei – Dreier!

Von Frank Steinseifer Netphen-Brauersdorf. Im zweiten Anlauf hat es geklappt. Nachdem Eisregen im Vorjahr die Veranstalter zur kurzfristigen Absage zwangen, ging am Mittwochmorgen der 30. Silvesterlauf des CVJM Siegen an der Obernau ohne Komplikationen über die Bühne.

Kalt war es. Bitterkalt. Die Trinkwassertalsperre war an vielen Stellen zugefroren. Das Außenthermometer zeigte Minus 10 Grad. Handschuhe, Pudelmütze und dicke Socken waren die richtige Wettkampfkleidung, sonst waren gefrorene Nasen und eingefrorene Gesichtszüge vorprogrammiert. Das eisige Wetter hielt etliche Zuschauer wohl von einem Besuch an der Obernau ab. Selten standen so wenige Lauffans an der Strecke wie in diesem Jahr.

Gustav-Hermann Schmidt

mit 83 Jahren ältester Läufer

Malerisch lag die Talsperre am frühen Mittwochmorgen noch unter einer Nebeldecke, doch dann setzte sich die Sonne mehr und mehr durch und blauer Himmel und Windstille sorgten für fast optimale Bedingungen. Kaum eine eisige Stelle, der Asphalt trocken, da war die Entscheidung von Cheforganisator Hans-Werner Brücher klar: „Es kann gelaufen werden.”

Die meisten der 1100 Läuferinnen und Läufer wollten sich über die eisigen Temperaturen auch gar nicht beklagen. „Wir laufen uns doch warm, da ist so ein bisschen Kälte kein Problem”, sagte einer der Volkläufer im Ziel.

Besonders wohl fühlte sich an der Obernau diesmal ein Geschwisterpaar: Verena und Tobias Dreier von der DJK Herdorf brachten das Kunststück fertig, jeweils ihre 10-Kilometer-Leistungsklasse zu gewinnen. Eins, zwei – Dreier eben! Bei den Männern war das für Tobias aber eine knappe Angelegenheit. Erst im Endspurt konnte er das Rennen für sich entscheiden. „Ich wusste, dass ich hinten raus schneller bin als Tim Meyer, wir trainieren ja oft genug zusammen”, gab der 25-jährige Student an der Uni Siegen sein Insiderwissen preis. 500 Meter vor dem Ziel hatte er den Turbo gezündet und damit den 18-jährigen Triathleten vom EJOT-Team Buschhütten aus Daaden, Tim Meyer, die entscheidenden Meter abgenommen. Im Ziel lag Tobias Dreier (32:08 Minuten) vor Meyer (32:11) und dem schnellen Polizisten Sven Daub (32:57) vom Ausrichter CVJM Siegen, der angesichts der Konkurrenz mit dem dritten Platz sehr zufrieden war.

Besonders stark über 10 Kilometer präsentierten sich die Triathleten des EJOT-Teams vom TVG Buschhütten. Unter den ersten 20 platzierten sich allein sieben Ausdauer-dreikämpfer aus Kreuztal, nämlich Tim Meyer, Carsten Wunderlich (35:45), Marco Mühlnikel (36:10), die Brüder Michael Rohleder (36:21) und Manuel Rohleder (36:33), Marco Göckus (36:42) und Felix Menn (37:26).

Bereits als Dreizehnte im Teilnehmerfeld lief Verena Dreier über die Ziellinie in 36:42 Minuten. Die 23-jährige Hindernis-Spezialistin hatte lange gezögert, ob sie überhaupt starten solle. „Ich hatte wochenlang einen Durchhänger, wusste nicht, was ich drauf habe. Aber seit zwei Wochen sind die Blutwerte wieder okay und ich habe mich heute auch wieder gut gefühlt”, erklärte die frisch ausgebildete Physiotherapeutin im WR-Gespräch.

Für die Neu-Wildenerin war es ein schöner Abschluss eines Sportjahres, mit dem sie nicht zufrieden war. Ihr Vorsatz für`s Jahr 2009 am Silvestertag: „Es muss besser werden als 2008. Ich konnte wegen der Prüfung schlecht trainieren, hatte den Trainerwechsel zu verkraften und hatte Probleme mit der Muskulatur. 2009 muss alles besser werden.” Und dann rutschte ihr das Traumziel heraus: Ein Start über 3000 Meter Hindernis bei der WM 2009 im August in Berlin.

Ähnliches Rätselraten wie vor wenigen Wochen bei den Kreis-Cross-Meisterschaften löste die Zweitplatzierte Mareike Ressing (37:45) aus. Wer war denn das? Die 38-Jährige von der LG Wedel-Pinneberg nutzte wieder ihren Besuch bei den Schwiegereltern in Alchen zu einem Wettkampf im Siegerland. Nach der Babypause hat sie noch nicht ihre ursprüngliche Form, denn sonst hätte die 16-Minuten-Läuferin über 5 000 Meter Verena Dreier sicherlich den Sieg streitig gemacht.

Einen starken Eindruck machte die jüngste Läuferin im Feld. Die A-Jugendliche Tina Schneider von der ASG Altenkirchen. Die 18-Jährige war in 38:08 Minuten drittschnellste Frau. Ebenfalls noch unter der 40-Minuten-Marke blieb die 20-jährige Sonja Kiefer vom ASC Breidenbach in 39:19.

Ältester Läufer an der Obernau war in diesem Jahr Gustav-Hermann Schmidt. Mit 83 Jahren lief er die 10 Kilometer-Strecke unter einer Stunde - in 59:08 Minuten!

Frank STEINSEIFER

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