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Duisburg - eine Sportarena

01.06.2008 | 17:46 Uhr

Marathon lockte Zuschauer mit Frühstückstischen an die Strecke. Publikum feuerte die Läufer an: Sportliche Unterhaltung direkt vor der eigenen Haustür. 70.000 waren an der Strecke.

Am frühen Sonntagmorgen verwandelte sich der Besucherparkplatz der MSV-Arena in ein gigantisches Gymnastikfeld. Mehr als 6000 Sportler waren allein für die Teilnahme an dem Event des Rhein-Ruhr-Marathons Duisburg angereist. Kurz vor dem Startschuss für die Läufe streckten und reckten sich die letzten Starter vor der Kulisse der Regattabahn inmitten von Tausenden von Schaulustigen und konnten es kaum noch erwarten, zu Fuß, in sportlichen Rollstühlen oder auf Inline-Skates loszulegen.

"Am Schluss eines Laufes bekommt man so einen richtigen Endorphinschub, dass einem schon die Tränen den Augen stehen", sagte Christian Capellaro bei seinen letzten Aufwärmübungen begeistert. Dem 40-Jährigen standen bei der vollen Strecke genau 42,195 Kilometer auf dem Pflaster der Stadt bevor, die an diesem Sonntag einfach zum Sportplatz umfunktioniert wurde: Duisburg im Ausnahmezustand.

So war der Marathon-Sonntag nicht nur für die Läufer spannend, sondern vor allem für die Bürger entlang der Strecke ein Ereignis. Um 9 Uhr hallte dann der Startschuss von Oberbürgermeister Adolf Sauerland über die Kruppstraße. "Toi, toi, toi!", brüllten einige Zuschauer, während sich die Läufer des Halbmarathons gut gelaunt mit einem Winken verabschiedeten und das bunte Treiben vor der Arena verließen.

Kilometer 1: Draußen vor dem Mozartstübchen machte es sich ein Teil der Nachbarschaft mit einem Frühstück gemütlich. "Wir haben heute morgen schon zusammen mit Genuss zwei Flaschen Sekt getrunken und lieben den Marathon einfach", erklärte die 80-jährige Marianne Giesel und lachte in Richtung ihrer versammelten Nachbarschaft von der Koloniestraße. Die Läufer selbst freuten sich über die Fans an der Straßenseite. "Ah, hier ist Duisburg auch schon wach", rief einer der letzten Teilnehmer mit Laterne als Schlusslicht. Einige tausend Schritte später war der Pulk schon am Hauptbahnhof. Und Ute Möller aus Essen schon wieder auf dem Rückweg. Sie sah etwas enttäuscht aus. "Man will immer alles geben, aber ich musste dann doch wegen meiner Zerrung aufhören", sagte die 48-jährige, die vor allem die familiäre Atmosphäre des Stadt-Marathons schätzt. Wer bis zum Theater Duisburg noch nicht bei vollen Kräften war, wurde von dem Sound der Philharmoniker aufgepeppt. Logisch, dass der Walkürenritt von Richard Wagner die Läufer wie von selbst vor sich her blies.

"Es ist einfach faszinierend, dass jemand überhaupt die Strecke schafft. Egal mit welcher Zeit", sagte Bruno Alka (60) bewundernd, während er an einem gedeckten Tisch saß, der mitten auf dem Bordstein an der Landfermannstraße steht. "Wir hatten vor 30 Jahren schon mal die Idee, auf dem König-Heinrich-Platz mit weißer Tischdecke zu frühstücken. Jetzt machen wir es hier", freute sich die entspannte Runde.

Ein ganzes Stück weiter warteten die Mitglieder des TV Jahn aus Hochfeld an Kilometer 28 mit ihrer Versorgungsstation. Bananen und isotonische Getränke standen für die Sportler bereit und sogar eine Dusche konnte zur Erfrischung genutzt werden. Als der erste Marathonläufer am Horizont erschien, tanzten die Zuschauer aus der Nachbarschaft längst zu den Rhythmen einer Sambatruppe. Der 25. Rhein-Ruhr-Marathon hatte an diesem Sonntag als ein ganz besonderes Spektakel nicht nur Sportler bewegt.

Robin Rothweiler

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Kommentare
03.06.2008
15:34
Duisburg - eine Sportarena
von obermeiderich | #6

Der vergangene Sonntag hat wiedereinmal gezeigt warum der Duisburg Marathon Pflicht ist. sehr gute Organisation, angenehme Strecke. Leider war das Wetter ein bischen zu warm aber sonst hätte ich auch nichts zu meckern :-). Besonders schön ist der Einlauf in der MSV - Arena , jetzt wo der Fußball zweitklassig ist bleibt der Marathon immer noch erstklassig.Vielen Dank an die Organisatoren.

02.06.2008
21:20
Duisburg - eine Sportarena
von supapaul | #5

zum trackback pottblog liebe stadt duisburg: ohweh, es sieht böhse aus in der kommunikation der bloggosphäre, wenn jens matheuszik nicht einmal mehr in der lage oder willens ist, das online-portal von lyssa zu lesen, auf dem seit mindestens einer woche der rhein-ruhr-marathon ganz dick und fett in allen teilen und im sport sogar vor dem fussball (sic!) angedroht wurde, nebst link zur marathonseite - den er mittlerweile ja scheinbar doch noch in den weiten des internets entdeckt hat.
zuviel kopfschütteln erhöht den aspirinverbrauch - ich lasse es besser bleiben.

02.06.2008
16:55
Duisburg - eine Sportarena
von Julia | #4

Allen Organisatoren und Helfern ganz herzlichen Dank für eine rundum gelungene Laufparty!

Am allerbesten fand ich mal wieder die familiäre Rundum-Betreuung, vor allem im Süden. Wenn Mama und Papa mit Topfdeckeln und Tambourins die Läufer anfeuern, Töchterchen am Campingtisch Getränke ausschenkt und Sohnemann eine kühle Dusche aus dem Gartenschlauch anbietet, das ist einfach unschlagbar. Die Laufwelt zu Gast bei Freunden! :-)

02.06.2008
13:00
Duisburg - eine Sportarena
von Ingo Redeker | #3

Danke Duisburg,

wie in jedem Jahr machten die Zuschauer mit ihrer gewohtn herzlichen und offenen Art diesen Lauf zu einem Erlebnis. Ich freue mich auf das 7te mal mit euch!

02.06.2008
12:47
Duisburg - eine Sportarena
von zebra64 | #2

Ich kann mich dem nur anschließen. Vielen Dank auch an die vielen privaten Helfer, die uns mit Wasser, Bananen und Duschen und nicht zu letzt mit ihrer Anfeuerung geholfen haben.

02.06.2008
11:01
Duisburg - eine Sportarena
von macgirly | #1

Als Teilnehmerin des Halb-Marathons danke ich für diese tolle Stimmung unterwegs und vor allem den vielen Helfern, die allesamt das Ereignis zu einem Fest werden ließen. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Versprochen!!!

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