Lass mal

Lustig? Na ja. Böse? Auch wieder nicht. Das, was sich der SC Paderborn gestern leistete, war irgendwie - amateurhaft.

Morgens wartete der Klub via Facebook mit einem Video aus einer Überwachungskamera der Benteler-Arena auf, seiner Heimspielstätte. Darauf zu sehen: Drei Gestalten, die nachts offensichtlich in das Stadion, sogar in die Trainerkabine, einbrachen und es wenig später mit einem Gegenstand wieder verließen.

Weil die Ostwestfalen mittlerweile zum erlesenen Kreis der Erstligisten zählen und alles, was mit diesen im Zusammenhang steht, für einen mehr oder minder schweren Medienhype sorgt, nahm die Aufregung ihren Lauf. Zumal Vereinssprecher Matthias Hack bestätigte, dass es sich um einen Einbruch gehandelt habe.

Nur: Es gab gar keinen. Alles getürkt, alles Teil eines Versuchs, Aufmerksamkeit in den sozialen Medien zu erhaschen.

Ätschebätsch!

Aufgegangen ist der Plan, natürlich. In der wohl auf Grund des medialen Drucks bereits am Montagnachmittag veröffentlichten Auflösung, dem „Bekenner-Video“, ziehen die Paderborner Profispieler Uwe Hünemeier, Elias Kachunga und Marvin Bakalorz ihre Masken vom Kopf.

Anders als der viel beachteten „Lass mal #ERSTKLASSIG bleiben“-Plakat-Kampagne heftet dieser Inszenierung aber ein etwas schaler Beigeschmack an.

Wie der Klub wohl reagieren würde, wenn zum Beispiel wir berichteten, SCP-Trainer Andre Breitenreiter sei entlassen worden - und das später als Falschmeldung entlarvten. Um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Mit der saloppen Erklärung: „Wir geben’s zu, das war unkonventionell, aber so sind wir: Jung und frech!“ Sind wir ja auch.