Land in Sicht für den Kapitän in Seenot

La Manga..  Mats Hummels (Bild) lächelt vielsagend. „Sie war gut“, sagt er, mehr nicht. Ist schließlich geheim. Schlimm doll geheim. Die Rede ist von einer Gemeinschaftsaktivität, die Trainer Jürgen Klopp angeordnet hatte. Teambuilding nennt sich das. Es ist schon ein Weilchen her, dass die Fußballer von Borussia Dortmund zu derlei Aktivitäten aufbrachen. Aber wenn nicht jetzt im Trainingslager als Tabellenvorletzter der Bundesliga, wann dann? „Wir hatten Spaß. Aber wir haben untereinander ohnehin einen fantastischen Umgang, auch in diesen schwierigen Zeiten“, sagt Hummels.

Betriebsklima leidet nicht

Tatsächlich scheint das Betriebsklima bisher nicht gelitten zu haben. Das ist gut. Für den Klub, für die Mannschaft, vor allem für Hummels, den Abwehrchef, den Weltmeister, den neuen Kapitän. Seit dem vergangenen Sommer hat er das Amt von Sebastian Kehl übernommen, aber ausfüllen konnte er es bislang „nicht so wie erwünscht“, sagt er. Denn es war eine dürftige Hinrunde. Und der manchmal etwas orientierungslose Kapitän zusammen mit seiner Mannschaft oft genug in Seenot. Doch jetzt, jetzt sei Land in Sicht.

Hummels wirkt zuversichtlich. Mit einer Knieverletzung kehrte er von der WM zurück, verpasste einen Teil der Vorbereitung, den Saisonbeginn. Der Versuch, nach missratenem Start eher zu spielen als geplant, schlug fehl. Der Abwehr-Turm wankte dann und wann bedenklich.

Kaum ein Spiel ohne Schmerzen

„Die Spiele, in denen ich mich fit gefühlt habe oder keine Schmerzen hatte, kann ich an einer Hand abzählen.“ Immerhin 13 Pflichtspiele hat Hummels bisher absolviert, in den meisten war er nach eigener Auskunft nicht wirklich in Lage, Leistung zu gewährleisten. Hummels steht mit seinen Problemen für das große Ganze: WM, kaum Vorbereitung, Verletzungen, kein Rhythmus, keine Stabilität. Nun steckt der Klub im Abstiegskampf. Ob er das kann? „Das werden wir sehen“, sagt Hummels. Mit den Amateuren von Bayern München hat er mal den Klassenerhalt geschafft.

Mit einer geordneten Vorbereitung nun will sich Hummels in die Verfassung bringen, um das zu zeigen, „was ich selbst von mir erwarte“. Dazu gehört, dass er sich künftig auch wie ein Kapitän verhalten will. „Ich hatte mit mir selbst zu kämpfen“, sagt Hummels und lobt Kehl als „Chef der Truppe“. Dieser habe das Amt mit Absicht ein Jahr vor seinem Abschied abgegeben, um ein Übergangsjahr zu gewährleisten. „Aber“, sagt Hummels, „ab jetzt werden wir den Übergang beenden. Was man auf und neben dem Platz von mir erwartet, werde ich voll erfüllen.“ Das wird gefragt sein. Denn das schwarz-gelbe Boot steckt in schwerer See.