Lack ab!

Ist es nicht großartig, dass nach all den Jahren immer wieder Dinge passieren, die man noch nie zuvor gesehen hat im Fußball?

Wir dachten schon, dass es ungewöhnlich wäre, den Trainer vor dem letzten Spieltag zu entlassen. Genau das hat der Zweitligist FSV Frankfurt nach zuletzt elf Niederlagen in Serie und dem Absturz auf den Relegationsrang aber am Montag getan: Benno Möhlmann weg, Tomas Oral da.

Doch so richtig kurios wurde es erst bei der ersten Trainingseinheit des neuen Mannes: Er schickte seine Mannschaft zu Fuß durch die Waschanlage einer Tankstelle, die in der Nähe des heimischen Stadions am Bornheimer Hang liegt.

Damit hatte er gleich mal klargestellt, dass er etwas versteht von Dingen, die im Fußball wichtig sind: Rotation, Rollenverteilung, heiß machen.

Der wahre Hintergrund ist allerdings ein tiefer Griff in die Psychologie-Kiste. Die Spieler sollen reingewaschen werden, sollen die schlechten Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit abstreifen und unbelastet in das Spiel der Saison bei Fortuna Düsseldorf gehen.

Hochglanzpoliert.

Unterbodenkonserviert.

Versteht sich.

Es ist nur ein Gerücht, dass die Spieler in der Waschstraße dachten: Lauter Lappen hier. Denn das würde nichts Gutes für das Wochenende bedeuten. Dann wär’ in Frankfurt der Lack ab.