Komplizierte Zeiten für Jubilar Platini

Nyon..  Geburtstags-Post vom DFB wird im Hause Platini ganz sicher eintreffen. Die Freundschaft zwischen dem deutschen Verbandschef Wolfgang Niersbach und Uefa-Boss Michel Platini hat nach den Turbulenzen während der Fifa-Krise keineswegs gelitten.

Spannender ist die Frage, ob am Sonntag auch aus Kuwait Glückwünsche am Genfer See eintrudeln, wenn Platini seinen 60. Geburtstag feiert. Mit Scheich Ahmad al Fahad al Sabah wurde der einstige Weltklasse-Fußballer in den vergangenen Wochen mehrfach beim Plausch gesichtet, so auch am Vorabend des Fifa-Kongresses Ende Mai im Hotel Baur au Lac in Zürich.

Scheich Ahmad gilt als Königsmacher in der Welt der Sportfunktionäre. Das nutzte auch schon IOC-Boss Thomas Bach. Die Nähe, die Platini offenbar zu ihm sucht, ist Indiz für den Willen des Franzosen, diesmal um die Nachfolge von Fifa-Chef Joseph Blatter zu kandidieren. „Ich weiß nur, dass meine nächste Entscheidung die letzte für meine Karriere sein wird“, sagte Platini nach seiner Wiederwahl zum Uefa-Präsidenten im März - nicht ahnend, dass der Zeitpunkt für die Entscheidung wegen der Rücktrittsankündigung von Blatter schon drei Monate später anstehen würde.

Platini hat in den vergangenen Wochen keine gute Figur gemacht. Mit seinem Versuch, den Schweizer vor der Wiederwahl zum Rücktritt zu animieren, scheiterte er kläglich. Beim Kongress am 29. Mai in Zürich lümmelte sich der Fifa-Vize genervt auf dem Ehrenpodium und ließ die Wiederwahl des Schweizers über sich ergehen.

Nun steht die große Entscheidung an: Spätestens nach dem 20. Juli, wenn das Fifa-Exekutivkomitee den Wahltermin festlegen will, wird sich Platini festlegen müssen. Im Uefa-Hauptsitz am Genfer See hört man, dass es dem Hausherren am liebsten wäre, wenn er die Fifa regieren, die Uefa aber weiter kontrollieren könnte – oder umgekehrt.