Kommentar: Weihnachten für Schumi-Fans
23.12.2009 | 21:52 Uhr 2009-12-23T21:52:00+0100
Essen. Beim Sensations-Comeback von Michael Schumacher hat Mercedes mehr zu verlieren als der siebenmalige Formel-1-Champion. Wie man hört, sollen sich Millionen Menschen, vorzugsweise Motorsport-Fans, am Tag vor Heiligabend freudig erregt gefragt haben: „Ja, ist denn schon Weihnachten?“
Nun möchten sich manche unter uns vielleicht besser nicht vorstellen, wie es um Zeitgenossen bestellt sein muss, deren schönstes Weihnachtsgeschenk aus dem Hause Mercedes kommt – und zwar nicht etwa in Form eines neuen E-Klasse-Wagens. Aber gemessen an der weltweiten Resonanz passt das Comeback des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher gut in eine Zeit, in der die Sterne funkeln.
Mercedes und Schumacher – diese schon vor über zwanzig Jahren eingestielte, aber dann doch nie verwirklichte Verbindung sorgt für leuchtende Augen im Land der Autofahrer. Die Motive von Michael Schumacher, nach dreijähriger Pause demnächst wieder im Kreis zu fahren, wie es Niki Lauda einst ausdrückte, liegen dabei im Dunkeln. Aber was auch immer ihn dazu bewegte - es sind „seine“ Beweggründe, die jeder zu respektieren hat.
Motive liegen auf der Hand
Das von vielen beschworene Risiko, das der 40-Jährige eingehe, beschränkt sich auf seine Gesundheit. Diese steht in der Vollgas-Branche zwangsläufig immer auf dem Spiel. Anders als Schumis Ruf als Rennfahrer. Sportliche Misserfolge als „Renn-Opa“ würden allenfalls Fußnoten seiner einzigartigen Karriere sein.
Die Motive seines künftigen Arbeitgebers liegen auf der Hand. Weil der Name Schumacher immer noch die Massen elektrisiert, handelt es sich zunächst einmal um einen gigantischen Werbe-Coup, der freilich auch nicht ohne Risiken ist: Mercedes hat eindeutig mehr zu verlieren als sein Star.
Irritierend an der spektakulären Entscheidung ist vor allem der Zeitpunkt ihrer Bekanntgabe. Ließ man doch die günstige Gelegenheit aus, vor dem Fest der Geschenke noch mal schnell Millionen Exemplare silberner Schumi-Mützen an den Mann zu bringen. Aber womöglich sind die Drahtzieher ja schon ihrer Zeit voraus und gehen wie selbstverständlich davon aus, dass für die wahren Schumi-Fans diesmal Weihnachten ohnehin erst am 14. März stattfindet – wenn der Rekord-Champion in Bahrain wieder ins Formel-1-Cockpit steigt.

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