Kommentar: Der „Fall Amerell“ hat zerstörerische Folgen
15.02.2010 | 15:11 Uhr 2010-02-15T15:11:29+0100
Essen.Schiedsrichter genießen Respekt nicht nur auf dem Platz. Dass sie gern wie Freiwild behandelt werden, gehört zur Folklore des Sports. Der Fall Manfred Amerell ist anders gelagert - und hat zerstörerische Folgen.
Wer hat eigentlich das Spiel des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund entscheidend beeinflusst? Richtig, es war Knut Kircher, der Schiedsrichter. Ein Foul übersehen, eine Abseitsstellung, und schon war die Sache gegen den BVB gelaufen. Anschließend blieb der Sturm der Entrüstung aber erträglich. Kircher wird schon Schlimmeres erlitten haben.
Schiedsrichter genießen eben Respekt nur in den engen Grenzen eines grünen Rechtecks. Dass sie von Fans, Vereinsvertretern und Medien gern wie Freiwild behandelt werden, gehört allerdings irgendwie zur Folklore des Sports. Deshalb ist der Fall Amerell anders gelagert. Der Familienvater wurde öffentlich verdächtigt, einen jungen Schiedsrichter sexuell belästigt zu haben. Dieser wurde auch schon namentlich genannt. Wahrscheinlich weiß mittlerweile jeder in Deutschland, um wen es sich handeln soll.
Und das hat zerstörerische Folgen. Amerell hat seine Ämter beim Deutschen Fußball-Bund bereits niedergelegt. Dem jungen Schiedsrichter kann man nur raten, aus Selbstschutzgründen auf das Pfeifen zu verzichten. Dabei scheint die Staatsanwaltschaft an Ermittlungen gar nicht interessiert zu sein. Auf welcher Basis wurde also ein Urteil gesprochen und mit dem Leben von zwei Menschen ein Crash-Test durchgeführt? Auf der Basis der moralischen Wertvorstellungen einer Altherrenriege? Und wie kann es der DFB wagen, auch nur anzudeuten, dass man sich wünsche, es würde sich endlich ein homosexueller Profi outen?

15:08
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14:50
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14:47
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14:14
Mörder, Vergewaltiger, Schläger, deren Namen und Fotos von Ihnen werden in den Medien unkenntlich gemacht. Hier nicht. Der Kommentator der WAZ kritisiert dann lauthals, dass das Leben von 2 Menschen zerstört wurde. Das hätte man sich in der Redaktion vielleicht früher überlegen sollen.
12:27
der Kommentar geht völlig daneben,
hier geht es nicht um schwul oder nicht schwul,
hier geht es um Abhängigkeiten quasi dienstlicher Art, bei der ein Mißbrauch der Amtsfunktion zwar nicht unterstellt werden muss, aber natürlich jederzeit in Betracht zu ziehen ist:
sozusagen Karriereleiter mit sexuellen Dienstleistungen , da spielt das überhaupt keine Rolle ob bi oder hetero, oder homosexuell.
Deshalb hätte der DFB schon längst selbst handeln müssen und Amerell bis zur Klärung der Vorwüfe aus dem Verkehr ziehen müssen
11:51
Wer weiss was beim DFB noch so alles unter den Tisch gekehrt wird.
Im Fall Enke wurde viel Mitgefühl und Änderungsgedanken geheuchelt. Selbst ich habs den lieben Leutchen damals abgekauft.
Aber der aktuelle Schiri-Fall zeigt, wenns nicht unbedingt sein muss beschäftigt man sich nur soviel wie nötig mit unangenehmen Themen.
und der im Kommentar genannte Begriff moralische Wertvorstellungen einer Altherrenriege passt nach kurzem darüber nachdenken wie die Faust aufs Auge.
So ein großer Bund wie der DFB der nicht nur sportlich ein Vorbild sein muss, sollte sich auf Dauer eine Strategie überlegen auch brisante Themen angehen zu können.
11:37
also, mal ehrlich. hat die dortmunder journaille noch sie noch alle am christbaum ?
DAS WAR KEIN FOUL, DAS KANN MAN WEITERLAUFEN LASSEN.
ES IST UNGLAUBLICH, WAS HIER FÜR EINE MEINUNG GEMACHT WIRD. In England lacht man sich über eine solche Szene kaputt.
Hat jetzt nur zweitrangig etwas mit dem eigentlichen Thema zu tun. Die Pupe Amerell ist mir egal. was mich allerdings ärgert, ist dass in diesen Berichten wieder der ganze Dortmunder Senf reingepackt wird.