König mit Krücken

Eine verrückte Bundesligasaison findet ihr Ende. Lange schon interessiert sich niemand mehr für den Meister. Weil er wenig Meisterliches bietet.

Weil es so verrückt viele Möglichkeiten um Europapokal- und Abstiegsplätze gibt, dass Schwindel auch die geschultesten Tabellenleser erfasst.

Vollends wahnwitzig aber wird es beim Blick auf die Entscheidung, wer wohl der beste Torschütze werden mag. Und so ist es irgendwie ein Spiegel der Spielzeit, dass dies aller Voraussicht nach zwar ein alter Bekannter sein wird, keiner aber, den man unbedingt auf dem Zettel hatte.

Doch hat er es herzlich verdient. Sein Name: Alexander Meier. Der Frankfurter Fußballgott, der im Spätsommer seiner Karriere noch einmal durchgestartet war. Bis zur schweren Knieverletzung Anfang April traf er in 26 Ligaspielen 19mal - nachdem er zu Saisonbeginn einmal sogar nicht mal im Kader stand oder zunächst auf der Bank saß. Er hat nun beste Chancen und kann Eintracht Frankfurt nach einer mäßigen Saison wenigstens einen Titel bescheren.

Denn sein Widersacher Arjen Robben (17 Tore) — ist auch malad. Und Vorjahres-Triumphator Robert Lewandowski (16) ist zwar einsatzbereit, aber seit Spielen gehemmt. Bliebe Bas Dost (16), der allerdings gegen den 1. FC Köln richtig einen raushauen müsste, um Meier abzufangen.

Es läuft auf einen König mit Krücken hinaus. Wirklich verrückt. Aber warum eigentlich nicht? Nur schade, dass heute erst einmal Schluss ist mit den Verrücktheiten.