Kölns Helmes kämpfte um seine Karriere - vergeblich

Patrick Helmes (l.) hat jetzt andere Aufgaben beim 1. FC Köln. Der Austausch mit Trainer Peter Stöger (m.) und dem sportlichen Leiter Jörg Schmadtke wird nicht abbrechen.
Patrick Helmes (l.) hat jetzt andere Aufgaben beim 1. FC Köln. Der Austausch mit Trainer Peter Stöger (m.) und dem sportlichen Leiter Jörg Schmadtke wird nicht abbrechen.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Patrick Helmes war eine deutsche Sturm-Hoffnung. Wann immer alles gut zu werden schien, kam etwas dazwischen. Seine Karriere endet mit nur 31 Jahren.

Köln/Siegen.. An Karneval im Februar sind schöne Bilder von Patrick Helmes entstanden. Sie zeigen ihn in einem knatschgrünen Anzug, auf dem Spielkarten-Asse abgebildet sind und Roulette-Jetons. Niemand wüsste besser, dass auch eine Profi-Karriere manchmal wie ein Glücksspiel sein kann. Ein Spiel, in dem Helmes die eine oder andere beachtliche Strähne hatte, aber eben auch viel Pech. Zu viel Pech. Am Freitag endete seine Karriere offiziell: Patrick Helmes, gerade einmal 31 Jahre alt, zuletzt Fußballer des 1. FC Köln, wird nie wieder in der Bundesliga stürmen, wird nie wieder für die große Bühne seine Schuhe schnüren. Er wird zukünftig Co-Trainer der Regionalliga-Mannschaft.

Es ist ein leiser, aber unvermeidlicher Abgang eines Mannes, dem eine weitaus größere Karriere möglich gewesen wäre. Kurios: Ein Junggesellenabschied markiert womöglich den Anfang vom Ende.

Verletzungen begleiten Helmes Karriere

Wann immer alles gut zu werden scheint in seiner Karriere, ereilt ihn der nächste Rückschlag. Zwischenzeitlich ist Helmes sogar eine deutsche Sturmhoffnung. Von den Sportfreunden Siegen arbeitet sich Helmes über den 1. FC Köln hoch zu Bayer Leverkusen. 21 Tore erzielt er dort in seinem ersten Jahr, das DFB-Pokalfinale 2009 geht verloren. Im Sommer nach dieser Saison kommt er in die Heimat ins Siegerland. Ein Kumpel feiert Junggesellenabschied. Es wird ein bisschen gekickt. Nur Jux, doch nach einer falschen Bewegung reißt bei Helmes das Kreuzband im Knie.

Die schlimmste aller Fußballer-Verletzungen kostet ihn die WM 2010 und seinen Stammplatz in Leverkusen. Anfang 2011 flüchtet er zum VfL Wolfsburg, braucht ein Jahr, um in Tritt zu kommen. Und trifft dann plötzlich. Zehn Treffer in den letzten elf Spielen der Saison bringen ihn wieder in die Nähe der Nationalmannschaft.Das Sorgenkind des FC

Helmes ist wieder da.

Helmes verletzt sich erneut.

Das andere Kreuzband reißt bei einem Vorbereitungsspiel gegen Manchester City. Wieder sechs Monate Pause. Er verliert den Anschluss, geht 2013 nach Köln, schießt den FC, seinen FC, in die Bundesliga. Seither hat er kein bedeutsames Spiel mehr gemacht. Knorpelschaden in der Hüfte lautet die Diagnose. In seinem privaten Umfeld wurde gemutmaßt, dass dies von einer Fehlbelastung nach den beiden Kreuzbandrissen herrühre.

Helmes kein moderner Stürmer - nur: Tore sind immer modern

Helmes kämpfte in den vergangenen Monaten um seine Karriere. Vergeblich. Alles auf Rot. Nun trägt der FC für mindestens einen Tag lang Schwarz. In Köln ist er geboren, dort wollte er der Bundesliga noch einmal zeigen, was er kann: Tore schießen. Mit links, mit rechts, von links, von rechts. Helmes war keiner von denen, die sich die Füße wund liefen. Das mag nicht so modern wirken, aber Tore sind immer modern. Und die schoss er. Sein Instinkt und seine Technik machten ihn so gefährlich. 13 Länderspiele weist seine Statistik aus. Es hätten mehr sein müssen.Neuzugang

„Ich hatte eine wunderschöne Zeit als Profi“, sagt Patrick Helmes am Tag, an dem seine Karriere endet. Er meint das natürlich so. Doch es dürfte klar sein, dass ihn das, was er da zu verkünden hat, Tage und Nächte des stillen Haderns eingebracht hat. „Nach meiner Verletzung habe ich sehr hart gearbeitet, um noch einmal auf den Platz zurückzukehren. Mein Körper lässt das aber nicht zu und deshalb war es jetzt Zeit, mich neu zu orientieren“, sagt Patrick Helmes.

Auf das grüne Glücksspielfeld wird er nicht zurückkehren.