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Klopp-Kritik: Es geht um mehr als um Rasenheizung

08.02.2012 | 18:43 Uhr
Klopp-Kritik: Es geht um mehr als um Rasenheizung
Konnte sich angesichts der Durchführung des Poikalspiels in Kiel angesichts der Platzverhältnisse nur an den Kopf fassen: BVB-Coach Jürgen Klopp. Foto: afp

Die Wortwahl mag überzogen gewesen sein, aber die Richtung stimmte: Mit seiner harschen Krtik an der Rolle des Verbandes und des Fernsehens bei der Durchführung des Pokal-Viertelfinales in Kiel hat BVB-Coach Jürgen Klopp einen wichtigen Denkanstoß für eine Diskussion gegeben, bei der es um mehr als nur eine Rasenheizung geht. Ein Kommentar

Es wäre schade gewesen. Aber wenn Borussia Dortmund in Kiel aus dem DFB-Pokalwettbewerb geflogen wäre, hätte sich Jürgen Klopp das Nachkarten vermutlich verkniffen. Aus berechtigter Sorge, dann als schlechter Verlierer dazustehen. In der Position des Siegers fühlte sich der BVB-Coach jedoch offenbar stark genug, die Rolle des Verbandes und des Fernsehens bei der Durchführung des Spiels zu hinterfragen. Aus guten Gründen.

 

Was zunächst als übliche und mit flapsigen Sprüchen („man spielt auch nicht Eishockey auf Rasen“) garnierte Kritik an den schlechten Platzverhältnissen in Kiel daher kam, mündete in dem knüppelharten Vorwurf, das Viertelfinal-Duell sei allein wegen der Fernseh-Liveübertragung gnadenlos durchgezogen worden – um den Preis der erhöhten Verletzungsgefahr für die Spieler. Welche Tragweite eine solche Unterstellung hat, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass sie einschließt, der Schiedsrichter habe nicht allein aus eigenem Antrieb angepfiffen.

 

So schwer Eingriffe in die Unabhängigkeit des Sports auch zu beweisen sind, Klopps Kritik an den Mechanismen der Fernseh-Welt zielt definitiv in die richtige Richtung. Und wenn TV-Sender behaupten, sie würden keinen Einfluss nehmen, erzählen sie Märchen. Natürlich sind sie nicht so blöd, etwa ultimativ bestimmte Anstoßzeiten zu fordern. Reicht es doch, dem Verband zu signalisieren, dass es mehr Geld gibt, wenn ein Spiel zu der von ihnen bevorzugten Zeit stattfindet.

 

In der Wortwahl mag Jürgen Klopp, wie es seinem Naturell entspricht, überzogen haben – als Denkanstoß taugt seine massive Schelte allemal. Die Fußball-Verbände täten jedenfalls gut daran, ihren Kotau vor dem Fernsehen zu überprüfen. Die Vereine wiederum sollten sich fragen, wie viel Druck sie auf ihre Vertreter ausüben, um immer mehr Geld aus der TV-Vermarktung herauszuschlagen.

 

Um auf den aktuellen Anlass der Klopp-Kritik zurückzukommen: DFB und Deutsche Fußball-Liga dürfen nicht damit davon kommen, das Thema auf die Rasenheizung zu reduzieren. In solchen Fällen brauchen sie sich bloß an ihre eigenen Regeln zu halten. Danach sind Spiele abzusagen, wenn die Gesundheit der Spieler gefährdet ist – fertig. Aber vielleicht ist es heutzutage ja naiv, so zu denken.

Reinhard Schüssler

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Kommentare
09.02.2012
21:10
Klopp-Kritik: Es geht um mehr als um Rasenheizung
von Rentner4rr | #2

Heerener
habe ja schon viele Komiker gesehen aber du
schießt hier den Vogel ab

1 Antwort
Klopp-Kritik: Es geht um mehr als um Rasenheizung
von DerHeerener | #2-1

"habe ja schon viele Komiker gesehen", wohnst Du im Spiegelkabinett ?

09.02.2012
19:57
Klopp-Kritik: Es geht um mehr als um Rasenheizung
von DerHeerener | #1

Natürlich hat er Recht und natürlich geht es um mehr als Rasenheizungen, diese gibt es ja genau wie den DFB-Pokal und den Winter im "kalendarischen Winter" auch nicht erst seit gestern, insofern ist seine Forderung nicht nur berechtigt, sondern Reaktionen darauf sind seitens des DFB wohl schon lange (über-)fällig. Nur möchte ich gerne mal wissen, wo sich Jürgen Klopp vorgestern in der Wortwahl vergriffen haben soll ?
Er hat die Dinge ohne Übertreibungen auf den Punkt gebracht, hat sogar noch sehr eingängige Vergleiche herangezogen, um auch noch dem letzten dummen Hund klarzumachen, worum es ihm geht ! Also nichts weiter, als die Unterstützung eines Sach-Arguments !

Auch mir geht es gar nicht so sehr um Rasenheizungen und die Bereitschaft der Verbände, diese wirklich zu verlangen, es geht mir auch nicht wirklich um Klopps Meinung dazu sondern eher darum, daß die Presse häufig denjenigen, der ein wahres und notwendiges Wort in aller Unverblümtheit spricht (nicht zu verwechseln mit Unverschämtheit!), des Über-die-Stränge-Schalgens bezichtigt, ihm verbale Raserei unterstellt. Diese Pseudo-Angepasstheit halte ich für journalistisch unwürdig und kontraproduktiv im Sinne einer echten argumentativen Auseinandersetzung mit jedwedem Thema. Dieser vorauseilende Gehorsam gegenüber der "Political Correctness" ist der Vater des Denkverbotes! Ein solches Gebaren, noch dazu in öffentlichen Medien, passt nicht zu einer pluralistischen Gesellschaft.
Es drängt sich - nicht nur hier, mit den Rasenheizungen - der Eindruck auf, als würde ein jeder, der über keine weitere Lobby verfügt, aber trotzdem seine aufrichtige Meinung kundtut, sofort auf diese Art und Weise eingebremst werden - gleich einer unverbindlichen Maulkorbempfehlung !

Das geht mir so auf den Sack, daß ich kotzen könnte...!

(Seht Ihr? DAS war überzogen!)

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