Klopp besteht nicht auf den Herberger-Trick

Dortmund..  An manchen Tagen reicht Jürgen Klopps Selbstvertrauen dazu aus, sich mit einem Weltmeistertrainer zu vergleichen. Zwei Spieltage vor dem Saisonende in der Fußball-Bundesliga und der Pokalfinalzugabe hält es der Noch-Trainer von Borussia Dortmund aber für keine gute Idee, Sepp Herberger zu plagiieren.

„Es uns jetzt von Wolfsburg 3:8 geben zu lassen und dann das Pokalfinale mit 3:2 zu gewinnen, ist nicht so leicht“, hat der künftige Ex-Coach des BVB den hohen Anspruch in der Aufgabe erkannt, wie Deutschlands WM-Helden 1954 in der Vorrunde gegen Ungarn zu verlieren und den Favoriten dann hinterher im Finale zu übertölpeln. Für die beiden noch ausstehenden Begegnungen mit dem VfL Wolfsburg ist dies keine gute Strategie. Zumal Schwarzgelb schon am Samstag (15.30 Uhr) bei den Niedersachsen deutlich mehr gewinnen kann als die Herberger-Truppe damals in der Vorrunde.

Dortmund kann Europa-Ticket lösen

Gewinnt der BVB in Wolfsburg, kann er bei einer gleichzeitigen Bremer Pleite gegen Borussia Mönchengladbach und einem Hoffenheimer Remis in Leverkusen Platz sieben buchen. Die Begegnung mit dem VW-Klub löst vor allem aber Kribbeln in Dortmund aus, weil es ja noch den dritten Saisonvergleich am 30. Mai in Berlin gibt. Jürgen Klopp bemüht sich, den direkten Zusammenhang beider Partien auszublenden: „Das Finale wird ein anderes Spiel, eine andere Atmosphäre, ein anderer Wettbewerb.“

Der heutige Samstag ist eine Generalprobe, soll aber keine sein. Klopp erwartet keine taktischen Versteckspiele: „Es ist nicht so, dass, wenn de Bruyne oder Rodriguez nicht spielen, wir dann glauben, sie wären auch im Finale nicht dabei.“ Gleichfalls ließe sich Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking nicht ins Bockshorn jagen, falls Marco Reus auf der Bank bliebe. „Es gibt keine Schonung“, sagt Klopp, „es würde auch keinen Sinn machen, einen Spieler einfach so drei Wochen herauszunehmen.“