Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Sport

Kleinlauter K.o.-König fordert Felix Sturm

25.04.2009 | 08:15 Uhr

Der Kampf gegen den japanischen K.o.-Spezialisten Koji Sato soll für WBA-Champion Felix Sturm nur Durchgangsstation für einen Titelvereinigungskampf gegen Kelly Pavlik sein.

Sato, Urlaub, Titelvereinigung: Profibox-Weltmeister Felix Sturm hat die Ziele vor seinem zwölften WM-Kampf klar definiert. "Zunächst möchte ich gewinnen und danach Urlaub machen. Und dann habe ich noch einiges vor, ich möchte irgendwann einmal die Titel vereinigen", sagte der 30 Jahre alte WBA-Champion im Mittelgewicht, der heute in Krefeld gegen den unbesiegten, unbekannten und offenbar wenig selbstbewussten Japaner Koji Sato antritt (22.00 Uhr live im ZDF).

Der Reihe nach: 14 Wochen bereitete sich Sturm auf den Herausforderer aus Fernost vor, intensiv wie nie zuvor. Das hätte er sich getrost sparen können - glaubt man den Worten Satos. "Ich habe das Gefühl, dass meine Chancen nicht besonders groß sein werden. Felix ist ein großer Champion. Aber ich habe hart trainiert und verspreche einen spektaktulären Kampf", sagte der 28-Jährige, der alle seine 14 Kämpfe gewann - 13 davon vorzeitig.

Sato stapelt tief

Regelrecht peinlich schien dem Japaner die von Medien verbreitete Ankündigung, er werde den Champion in Runde eins ausknocken: "Das war ein Witz. Ich hoffe nicht, dass Sturm sauer ist." Sturm ging damit gelassen um und ist auf der Hut. "Das kann Teil seiner Taktik sein. Ich habe Videos von ihm gesehen. Und ich kann nur sagen: Ich bin beeindruckt, was er mit einem Schlag ausrichten kann", meinte der Weltmeister.

Sturm hatte unlängst angekündigt, noch fünf Jahre boxen zu wollen. Eine Niederlage in seinem 35. Profikampf (Bilanz bisher: 31 Siege, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen) würde ihm im Streben nach universeller Anerkennung einen Strich durch die Rechnung machen. "Da gibt es einen großen Weltmeister Kelly Pavlik. Er hält die Titel der WBC und WBO. Der WBO-Titel wurde mir gestohlen, den will ich mir zurückholen."

Promoter und TV-Sender kippen Fight gegen Abraham

Sturm spielte auf die umstrittene Punktniederlage gegen Oscar de la Hoya an. An den Golden Boy verlor er am 5. Juni 2004 in Las Vegas seinen WBO-Gürtel. Kelly Pavlik, der Champion aus Youngstown/Ohio, erscheint für eine Titelvereinigung die wahrscheinlichste Lösung. Ein Duell mit IBF-Weltmeister Arthur Abraham hingegen ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit. "Es liegt nicht an Arthur oder mir. Es liegt an den Promotern und den TV-Sendern", sagte Sturm.

Sein Promoter Klaus-Peter Kohl kooperiert mit dem ZDF, Konkurrent Wilfried Sauerland mit der ARD. Beide Sender pochen verständlicherweise in einem solchen Fall auf eine Übertragung. Ein Dilemma, das Sturm auch die fetten Börsen verwehrt. 750.000 Euro sollen es diesmal sein, viel mehr wird es bei Gegnern der Marke Sato auch nicht werden.

Seiner Popularität hat dies aber keineswegs geschadet. Sturm hat gegen de la Hoya geboxt, ist pfiffig und geschäftstüchtig. Zukünftig wird er für Unterwäsche von Calvin Klein werben. Und am Donnerstag präsentierte er sein erstes Buch. Dabei handelt es sich nicht etwa um die Memoiren des Stilisten, sondern um "Fitness-Boxen mit Felix Sturm". Eine Kostprobe erhielten beim Schau-Training im übrigen Kinder, die in einem Kaufhaus unter den kritischen Augen des Champions Liegestütze machten.

DerWesten



Kommentare
Aus dem Ressort
Papst Franziskus empfängt Bayern nach 7:1 in Rom zur Audienz
Papstaudienz
Was für eine Rom-Reise des FC Bayern: Erst die berauschende 7:1-Gala beim AS Rom, dann die Audienz beim Papst. Auch das Oberhaupt der Katholischen Kirche war vom Auftritt der Münchner angetan. Die Mannschaft habe ein "wunderschönes Spiel" abgeliefert.
Totale Dominanz - Der FC Bayern sorgt für Langeweile
Kommentar
Auf den 6:0-Sieg in der Fußball-Bundesliga gegen Werder Bremen folgt ein 7:1-Erfolg beim AS Rom in der Champions League: Der FC Bayern spielt momentan auf einem anderen Stern als seine Gegner. Es ist der Beginn der großen Langeweile. Ein Kommentar.
Barça feiert ter Stegen nach Champions-League-Sieg über Ajax
Ter Stegen
Beim 3:1 seines FC Barcelona hatte der Ex-Gladbacher Marc-André ter Stegen kaum eine Gelegenheit, sich mit Paraden auszuzeichnen. Trotzdem wurde er von seinem Klub als einer der Schlüssel zum Sieg gefeiert. Damit stand er in diesem Fall auf einer Stufe mit Neymar und Andres Iniesta.
Die emotionale Achterbahnfahrt von Fortuna-Profi Soares
Soares
Nach Fortuna Düsseldorfs Sieg gegen St. Pauli kämpfte Bruno Soares mit den Emotionen. Für den brasilianischen Innenverteidiger war es der erste 90-minütige Einsatz nach seiner Freistellung aufgrund eines Ehestreits. Cheftrainer Oliver Reck war zufrieden.
Bochum präsentiert gruselige Zahlen und vorbildliche Haltung
VfL Bochum
Die Mitgliederversammlung des VfL Bochum endete aus Sicht der Vereinsführung mit einem unerfreulichen Ergebnis: Die Trennung von den Fußball-Frauen bleibt aus - zumindest vorerst. Denn angesichts der miserablen Finanzlage wird das Thema bald wieder auf den Tisch kommen.
Umfrage
Dortmund in der Krise - Kann der BVB seine Saisonziele noch erreichen?

Dortmund in der Krise - Kann der BVB seine Saisonziele noch erreichen?