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Kleeblätter wie zu Zeiten von Willy Jürissen

03.12.2007 | 15:34 Uhr

Oberhausen. Nach dem 1:0 hat RWO erstmals seit 74 Jahren wieder zwei Siege in einer Saison gegen RWE geholt. Lüttmann schießt goldenes Tor für den neuen Tabellenzweiten.

Rot-Weiß Oberhausen bleibt das Überraschungsteam der Fußball-Regionalliga Nord. Mit einem 1:0 (0:0) gegen den rot-weißen Nachbarn aus Essen rückt der Aufsteiger auf den zweiten Platz vor. "Momentaufnahme", meint Trainer Günter Bruns und verweist lieber darauf, dass es jetzt sieben Punkte Vorsprung auf Rang elf sind. Aber ein sattes Grinsen gönnte er sich doch - nach diesem starken Kampfspiel auf nahezu unbespielbarem Platz und dem guten Ausgang für sein Team.

Es ist 74 Jahre her, dass RWO in einer Saison zwei Siege gegen RWE holte. 1933/34 stand der 21-jährige Willy Jürissen die erste Saison für die Kleeblätter im Kasten, wie RWO-Historiker Peter Seiwert in weiser Voraussicht vor dem Spiel nachgeblättert hatte. Dass es diesmal sechs Punkte wurden, lag auch an einem Nachfolger Jürissens im RWO-Kasten. In den letzten zehn Minuten warfen die Essener alles nach vorn, aber Christoph Semmler war immer Herr der Situation - und genehmigte sich in entscheidenden Momenten die Gelassenheit des Überlegenen. Trotz widriger Verhältnisse fing er schwierige Bälle, statt sie zu fausten. Ein Signal an den Gegner: Hier geht nichts, ihr verliert!

Noch Nachspiel für Michael Lorenz

Regionalliga Nord RWO - RWE im Niederrheinstadion vor über 11.000 Zuschauern 1:0 durch Lüttmann (auch Endstand) Foto: Kerstin Bögeholz

Auch sein Gegenüber Daniel Masuch spielte fehlerfrei - so dass es wie die beiden Keeper vor dem Spiel getippt hatten, durchaus 0:0 hätte ausgehen können. Doch RWO wird in dieser Phase der Saison vom Glück geküsst. Gestern war das so: Markus Kaya schickt Marcel Landers mit einem Steilpass auf die rechte Außenbahn. Die Flanke gerät dem Oberhausener zum Torschuss, senkt sich über Masuch an den Pfosten, prallt zurück - und da steht Julian Lüttmann und drückt den Abpraller ein (58.). Mike Terranova hätte zur Entscheidung treffen müssen, schoss aber den einzigen RWE-Spieler, der noch zwischen ihm und dem Tor stand, in die Hacken (68.).

Pech für RWE: Das Spiel hätte im ersten Durchgang eine andere Wendung nehmen können, als RWO-Abwehrchef Benjamin Reichert einen Steilpass unterschätzte und Sören Brandy frei vor Semmler zum Schuss kam - der RWO-Keeper rettete mit einem Reflex.

Der Essener Michael Lorenz hatte nach dem Spiel Probleme, die Niederlage zu akzeptieren, soll den Schiedsrichter im Kabinengang angerempelt und seine Wut an Kabinentüren ausgelassen haben. Der Unparteiische will einen Sonderbericht verfassen. (NRZ)

Kleeblätter wie zu Zeiten von Willy...

PETER VOSS


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