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Kießling ist kein Thema für Dortmund

19.02.2013 | 00:21 Uhr
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Düsseldorf. Sie saßen Schulter an Schulter, tauschten sich entspannt aus. Hans-Joachim Watzke, Boss von Borussia Dortmund. Und Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer von Bundesliga-Konkurrent Bayer Leverkusen. Ging es um Bayer-Torjäger Stefan Kießling, für den sich der BVB laut Spekulationen interessieren soll? „Wir sprechen über den Tausch Mario Götze gegen Stefan Kießling“, scherzte Holzhäuser. „Dann müsst ihr aber 25 Prozent des Bayer-Konzerns dazu packen“, drehte Watzke den Witz weiter. Die Botschaft war klar: Es gibt keinen Kontakt zwischen den Klubs in Sachen Kießling. Der erwartete BVB-Abschied von Robert Lewandowski macht die Gedanken frei. „Da taucht täglich mindestens ein neuer Name“, ärgerte sich Watzke.

Watzke und Holzhäuser trafen sich beim Sportbusiness-Kongress SpoBis in Düsseldorf. Ihr Thema: „Clash der Kulturen – Werksklubs und Traditionsvereine“. Und da kam es erst mal nicht zum Clash, zum Zusammenprall. „Das Geld ist da, damit müssen wir leben, Sozialneid ist falsch“, sagte Watzke mit Blick auf den Finanz-Doper VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen. Sein Frankfurter Kollege Heribert Bruchhagen wurde deutlicher. „Traditionsvereine wie Köln oder Kaiserslautern, die Zuschauer anziehen und Fans bewegen, werden von Werksklubs in die 2. Liga geschoben.“

Werksklub ist indes nicht gleich Werksklub. Mit 100 Millionen Euro soll VW den VfL Wolfsburg jährlich unterstützen. „Bei uns gibt Bayer 25,2 Millionen Euro“, so Holzhäuser. „In Leverkusen hat sich Fußball emotional etabliert. Da ist was los im Stadion. Die bringen richtig Gästefans mit“, lobte Watzke. Mit Wolfsburg reisen nur 400 Unentwegte.

Die Lösung fürs Dilemma? „Es braucht Zeit, bis sich ein Verein entwickelt“, forderte Geschäftsführer Thomas Röttgermann vom Nachkriegsklub VfL Wolfsburg Geduld. Hans-Joachim Watzke warb für sein Modell der TV-Geld-Verteilung, das neben sportlichem Erfolg Fan- und Zuschauerinteresse berücksichtigt. Wolfgang Holzhäuser schloss salomonisch: „Geld macht Spaß. Geld allein macht es aber nicht. Du musst einen guten Job machen.“

Thorsten Schabelon

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