Kerner zeigt bei Plasberg, wie gefährlich Bengalos sind
22.05.2012 | 06:22 Uhr 2012-05-22T06:22:43+0200
Essen. Nach dem Chaos-Spiel zwischen Hertha BSC Berlin und Fortuna Düsseldorf hat Frank Plasberg bei „hart aber fair“ Problem-Fans in deutschen Fußballstadien thematisiert. Doch hart ging es in der Diskusssion eigentlich nicht zur Sache – eher soft und streckenweise ziemlich platt.
Zwei Erkenntnisse hat der gestrige Montag gebracht: Hertha BSC Berlin wird wohl in die zweite Fußball-Bundesliga absteigen, und obendrein scheint die Sicherheitslage in deutschen Fußballstadien sowohl Clubs als auch einzelnen Fans weit weniger wichtig zu sein als die Stimmung auf den Rängen. Dies sind zumindest zwei Interpretationsansätze, die sich in Anbetracht der Urteilsverkündung des Frankfurter Sportgerichts am Nachmittag sowie der größtenteils inhaltsleeren Ergüsse der Gäste beim ARD-Talk „hart aber fair“ aufdrängten.
Die sich in der jüngsten Vergangenheit häufenden als auch intensivierenden Ausschreitungen von Problem-Fans inner- und außerhalb von Fußballstadien hätten dem vermeintlich knallharten Polit-Talker Plasberg eigenlich ein gutes Forum bieten können, um seine journalistischen Qualitäten unter Beweis zu stellen. Stattdessen musste man erleben, wie Plasberg sich von Kuschel-Moderator Johannes B. Kerner ein ums andere Mal die Gesprächsführung aus der Hand nehmen ließ und Gästen wie DFL-Chef Reinhard Rauball oder dem Leiter des Düsseldorfer Fanprojekts, Dirk Biermann, nicht mehr als Plattitüden zum Sicherheitsproblem in deutschen Stadien zu entlocken vermochte.
Privilegien für Ultras
So erfuhr man, dass Rauball über den „Fast-Abbruch“ des Relegationsspiels aufgrund des Platzsturms der Fortuna-Fans „bestürzt“ gewesen sei, sowie dass Bierholz zur Lösung aller Probleme sich mehr Dialog zwischen Vereinen, Polizei und Fans wünsche. Zum Verhältnis zwischen den Vereinen und den jeweiligen Ultra-Fangruppen räumte Rauball ein, dass es durchaus Privilegien für diese gebe.
Ultras seien wichtig für die Stimmung im Stadion, weil sie mit Choreografien und Gesängen für Begeisterung sorgen würden. Darin waren sich Rauball und Bierholz einig – ebenso wie die BVB-Anhängerin Katja Winkelmann. Alle betonten, dass es sich bei den problematischen Ultras lediglich um eine kleine Minderheit handele. Kritischere Worte fanden der Polizei-Gewerkschafter Frank Richter als auch der anscheinend arg empörte Johannes B. Kerner, der phasenweise Plasbergs Moderatorenrolle einnahm und seine Mitdiskutanten mit mehr oder weniger investigativen Fragen löcherte.
„Was ist daran geil?“
Kerners Job war es aber vor allem, Kritik an den jüngsten Bengalo-Zündeleien zu üben. Dies tat er mit den Worten: „ Da sind zehn Bumsdumme, die meinen, so ein Spiel zu ihrer Veranstaltung machen zu müssen.“ Außerdem stellte Kerner die Frage, was daran „geil“ sei, wenn Leute Böller und Rauchfackeln zünden. Anschließend demonstrierte er mehr gewollt als gekonnt an einer Puppe, dass die bengalischen Feuer auch schnell zur Brandgefahr für Menschen werden können, wenn sie in Kontakt mit der Kleidung kommen.
Die Vorfälle beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin heizen die Debatte über Pyrotechnik in Fußballstadien an. DerWesten sagt, warum die Bundesanstalt für Materialforschung ausnahmsloses Stadionverbot für Pyrotechnik fordert.
Polizei-Gewerkschafter Richter schlug mit seiner Fan-Kritik in die gleiche Kerbe, bezog sich aber eher auf die aus seiner Sicht ungenügende Zusammenarbeit der Fußball-Clubs. Die bestehenden Regeln müssten konsequent umgesetzt werden, forderte Richter, schließlich handele es sich ja höchsten um bundesweit 4.000 gewaltbereite „Fans“, denen man beikommen müsse. Oliver Pocher – ebenfalls anwesend – fiel übrigens nicht weiter unangenehm auf und hatte seine einzige nennenswerte Szene, als er einen zuvor gezeigten Einspieler bemängelte, in dem aus Internet-Anleitungen zitiert wurde, wie man Bengalos bestmöglich ins Stadion schmuggeln könne.
Trotz seiner thematischen Brisanz geriet der Plasberg-Talk dann doch eher zu einer mauen Runde ohne nennenswerten Erkenntnisgewinn – weder für die Fans noch die Vereine. Eine etwas kritischere Betrachtung der jüngsten Vorgänge hätte sicherlich nicht schaden können.

15:51
"Am Besten" fand ich die Aussage,daß Pyrotechnik in Deutschland generell verboten ist.Daß man so etwas im Fernsehen ungestraft behaupten darf,sagt alles über das Niveau dieser Sendung aus.Auch habe ich selbst schon im Stadion erlebt,wie Polizisten sehr großzügig Pfefferspray einsetzen ohne Rücksicht auf Frauen mit ihren Kindern.Dieser Herr Kerner tut so,als sei dies unvorstellbar,obwohl auch die Presse mehrfach über solche Fälle berichtet hat.Diese Sendung war ein Schlag ins Gesicht eines jeden Fussballfans!
14:08
Gemeinhin schaue ich eher selten TV, aber diese Sendung bzw. das Thema hat mich doch gereizt und ich sollte nicht enttäuscht werden. Endlich wurde einmal thematisiert, wie ein Sport zur Showbühne von Gewalttätern geworden ist.
Leider jat Herr Plasberg dies eher durch die Blume angesprochen und so war es sinnvoll und notwendig, dass Herr Kerner demonstriert hat, was Bengalos anrichten können. Gennerell gesehen erschien es so, dass besser Herr Kerner, der sich ja umfassend mit der Problematik befasst hat, die Sendung hätte leiten sollen, da er der Einzige war der knallhart seie Kritik auf den Punkt gebracht hat. Erfrischend demaskierend waren seine Ausführungen und leider gibt es dies gerade zum Thema Fussballgwalt zu selten.
Es ist schon seltsam, dass gerade der Talkmaster, der investigativ und unbequem nachfragt, weniger Sendezeiten bekommt.
Das Fazit zur Sendung gestern: Kerner hat Plasberg die Show gestohlen und hoffentlich so manchen die Augen geöffnet. Danke!
.... verschlafe ich auch den Jahreswechsel
Herrliche ironisch geschrieben, danke. Zuerst dachte ich ja, sie meinten das ernst.
13:48
Kerner ging wie immer gar nicht, aber das war ja zu erwarten. Interessant jedoch, dass Pocher, der alle und jeden anpöbelt, im Stadion seine Privatsphäre haben will ....
12:41
Der einzige, der nicht in die Sendung gepasst hat, war der Kerner. Der ist gar nicht so wichtig, wie er immer tut. Der nimmt doch auch nur alles mit, siehe Air Berlin. das ist doch nur ein kleiner Moderator.
12:10
Ich weiss schon warum ich da nicht eingeschaltet habe. Kerner, BPlasberg und noch Blödelbarde Pocher! Das kann nichts sein.
Aber eins ist für mich klar. Bengalos haben nichts in Stadien verloren. Die Hertha Fans haben diese ja als Waffe benutzt und auf das Feld und gegen die Banden geworfen.
11:36
Wie gut das wir einen Kerner haben.....
11:18
Unerträgliches Gelaber gestern abend. Da war auch kaum einer schlagfretig genug, um auf dumme Sprüche mit noch dümmeren zu reagieren. Einzig der Herr Polizist mit seiner Aussage zu den VIP-Logen hat mir gefallen.
Die Frage von Herrn Kerner, warum Leute Raketen, Böller oder Benaglos zünden, er dies aber gar nicht verstehe, hätte man mit dem Hinweis auf Silvester begründen können. Dort werden auch diese Sachen gezündet, wahrscheinlich weiss aber auch kaum einer warum. Ich tippe mal auf Stimmung. Warum sollte es also bei einem Fussballspiel einen anderen Grund geben?
09:59
Feuerwerk_er gehören nicht ins STADION.
Basta
Ich würde diese mit einem C-Rohr Löschen...
Genau der richtige Ansatz!
Denn wenn der ganze Block bei 10 Grad - Außentemperatur plitsche nass ist, werden die "unbeteidigten Augen zu macher" sich überlegen ob sie das noch mal brauchen!
Folge: Entweder stehen die "Abfackler" demnächst allein im Block oder sie sind nicht mehr da, da die anderen endlich mal den Mund dagegen aufgemacht haben!
09:41
Ähhhm,
das Abbrennen von Feuerwerk gehört bei solchen Anlässen überall auf der Welt dazu.
Nur wir hier in Deutschland winden und so lächerlich - haaha.
09:09
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Diese Aussage ist mir einfach zu platt, und daher nicht zutreffend.