Kerber erreicht 3. Runde bei US Open - Viele Deutsche raus

Angelique Kerber erreicht nach starkem Kampf gegen die Amerikanerin Venus William die 3. Runde der US Open.
Angelique Kerber erreicht nach starkem Kampf gegen die Amerikanerin Venus William die 3. Runde der US Open.
Foto: Afp
Was wir bereits wissen
Angelique Kerber hat Venus Williams zum 3. Mal in diesem Jahr geschlagen und ist bei den US Open in die 3. Runde eingezogen. Die letzte der sechs hoch gehandelten deutschen Tennisspielerinnen setzte sich am Freitag kurz nach Mitternacht in New York in mit 6:2, 5:7, 7:5 gegen die Amerikanerin durch.

New York. Die letztjährige Halbfinalistin Angelique Kerber hat ihre erste Bewährungsprobe bei den US Open dank großer Nervenstärke bestanden. Die an Position sechs gesetzte Kielerin bezwang die zweimalige Turniersiegerin Venus Williams (USA) in der Night Session in 2:45 Stunden mit 6:2, 5:7, 7:5 und zog als erster deutscher Profi in die dritte Runde von New York ein.

Im abschließenden Durchgang lag Kerber bereits mit 2:4 zurück, zeigte dann aber wieder ihre enormen Kämpferqualitäten. Das entscheidende Break gelang der Linkshänderin zum 6:5, danach verwandelte sie ihren ersten Matchball. "Das war unglaublich. Es war so hart und so eng, jeder war gegen mich", sagte Kerber.

Kerber mit starker Bilanz

Am Freitag könnten noch die beiden Davis-Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und Cedrik-Marcel Stebe (Vaihingen) nachziehen. Im Match um den Einzug ins Achtelfinale trifft die 24-jährige Kerber am Samstag auf die Weltranglisten-67. Olga Gowortsowa (Weißrussland).

Im Arthur-Ashe-Stadium spielte die Service-Schwäche der Amerikanerin der Deutschen zunächst in die Karten. Venus Williams verlor ihre ersten fünf Aufschlagspiele. Allerdings gab Kerber nach einer 2:0-Führung im zweiten Satz drei Spiele in Folge ab und ließ sich danach an einer Blase am rechten Fuß behandeln.

Tennis Die 32-jährige Venus Williams steigerte sich zusehends und gewann den 76 Minuten dauernden zweiten Durchgang. Auch danach wurde die Lokalmatadorin von den rund 15.000 Zuschauern immer wieder angefeuert.

Kerber war im vergangenen Jahr als Nummer 92 bei den US Open gestartet und hatte sensationell das Halbfinale erreicht. Seitdem hat die Fed-Cup-Spielerin unter anderem zwei Hallen-Turniere gewonnen (Kopenhagen und Paris) und sich bis auf Rang sechs der Weltrangliste vorgearbeitet.

Phau chancenlos gegen Federer

Der topgesetzte Roger Federer hat auf dem Weg zum ersehnten sechsten US-Open-Rekordtitel in New York kurzen Prozess mit Björn Phau gemacht. Der Grand-Slam-Rekordsieger aus der Schweiz benötigte gerade einmal 90 Minuten für seinen 6:2, 6:3, 6:2-Zweitrundensieg gegen den 32-jährigen Phau (Darmstadt).

Während Federer in der Night Session 44 Gewinnschläge (15 Asse) glückten, konnte der Weltranglisten-83. Phau seine einzige Breakchance im gesamten Match nicht nutzen. "Er war sehr fokussiert. Roger hat einfach alles an Schlägen. Wenn er gut drauf ist, hat man keine Chance", sagte Phau.

Brands und Malek scheitert in Runde 2

Der nur auf Platz 122 der Weltrangliste notierte Brands verpasste die große Überraschung gegen den an Nummer zwölf gesetzten Kroaten Marin Cilic ganz knapp. Nach 3:40 Stunden verlor der Deggendorfer mit 3:6, 2:6, 7:5, 6:4, 5:7 und schied als siebter der zehn gestarteten deutschen Tennisprofis aus. Die Entscheidung fiel, als der 25-Jährige im fünften Satz seinen Aufschlag zum 5:6 nicht durchbringen konnte.

Auch Malek hatte Pech. Mehrfach hatte sie die 19-jährige Sloane Stephens im zweiten Satz am Rande der Niederlage, doch der entscheidende Ball wollte ihr gegen die als Nummer 44 der Weltrangliste um 97 Plätze besser eingestufte Amerikanerin nicht gelingen. 7:5, 4:6, 2:6 hieß es nach 2:30 Stunden. Als Trostpflaster bekamen Malek, Brands und Petzschner ein Preisgeld von je 37.000 Dollar.

Petzschner-Aus nach Fünfsatz-Kirimi

Dieser Fünfsatz-Krimi war einer zuviel. Marathon-Mann Philipp Petzschner hat es auch im fünften Anlauf nicht geschafft, die zweite Runde der US Open zu überstehen. Nach einem abermals verpatzten Start unterlag der Bayreuther am Donnerstag in New York dem Spanier Nicolas Almagro in 3:19 Stunden mit 3:6, 7:5, 7:5, 4:6, 4:6 und reihte sich in die lange Liste der ausgeschiedenen deutschen Spieler bei dem Grand-Slam-Tennisturnier in Flushing Meadows ein.

Die hoch eingeschätzten Tommy Haas und Florian Mayer zählen zu den Enttäuschten ebenso wie Andrea Petkovic, Julia Görges, Sabine Lisicki und Mona Barthel. Und nun auch der 28-jährige Petzschner, der in der ersten Runde den Franzosen Nicolas Mahut trotz 0:2-Satzrückstandes besiegt hatte, sowie die beiden Qualifikanten Tatjana Malek und Daniel Brands.

Roddick gibt Rücktritt bekannt

Die frühere Nummer eins Andy Roddick wird seine Tennis-Karriere nach den derzeit in New York stattfindenden US Open beenden. An seinem 30. Geburtstag am Donnerstag teilte der Amerikaner seine Entscheidung bei einer Pressekonferenz in Flushing Meadows mit."

Das wird mein letztes Turnier sein. Ich spüre, dass es die richtige Zeit ist", sagte der US-Open-Sieger von 2003: "Ich will nicht nur auf der Tour existieren. Da sind andere Dinge außerhalb des Courts, die mich interessieren."

Am Freitag bestreitet Roddick beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres sein Zweitrundenmatch gegen den Australier Bernard Tomic. Der Weltranglisten-22. aus Omaha/Nebraska stand dreimal im Finale von Wimbledon (2004, 2005, 2009) und verlor jeweils gegen Roger Federer aus der Schweiz.

Roddick hat in seiner zwölfjägrigen Karriere insgesamt 32 Titel gewonnen und rund 20,5 Millionen Dollar an Preisgeld gewonnen. Insgesamt stand er 13 Wochen an der Spitze des Rankings. (sid/dapd)