Keine Spieler, kaum Training, wenig Hoffnung

Oberhausen..  Trotz überraschend guter Leistungen gegen Rekord-Weltmeister Russland schaute Bundestrainer Pat Cortina (Bild) auffällig oft reichlich gequält. Die einwöchige Pause in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bis zum Start der Endspielserie zwischen Mannheim und Ingolstadt am Freitag passt Cortina gar nicht. Ein flexibel gestalteter früherer Beginn hätte der Nationalmannschaft in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Prag und Ostrau (1. bis 17. Mai) sehr geholfen.

Da in diesem Jahr knapp 15 WM-Kandidaten noch in den DEL-Finals gebunden sind, ist die Vorbereitung gestört. Nicht das einzige Problem.

Viele Verletzte

Mit Marcel Ohmann (Köln) verletzte sich bei den Spielen gegen Russland ein weiterer Stürmer. Dies ist bereits der elfte WM-Ausfall.

Personalsituation

Notgedrungen muss Cortina mit vielen unerfahrenen Spielern die Vorbereitung bestreiten. Nur knapp ein Dutzend aus dem aktuellen Kader verspricht WM-Niveau. In Torhüter Felix Brückmann und den Verteidigern Björn Krupp (beide Wolfsburg) und Stephan Daschner (Düsseldorf) kommt ein Trio der ausgeschiedenen DEL-Halbfinalisten nun hinzu.

Leistungsstärke

Trotz der teils guten Auftritte gegen Russlands B-Auswahl - mit dem aktuellen Kader wäre Deutschland bei der WM nur Abstiegskandidat. „Was noch fehlt? Alles“, bekannte Cortina.

Mangelnde Trainingszeit

Trotz der offenkundig immensen Arbeit, die bis zum WM-Start noch ansteht, bleibt kaum Zeit zum Trainieren. Am Dienstag flog das Team zu den nächsten Tests am Donnerstag und Freitag in Finnland. Dort ist nur ein einziges Training angesetzt - und die beide Testspiele.

Unklare Trainerfrage

Cortinas Dreijahresvertrag endet nach der WM und wird wohl nicht verlängert. „Natürlich bekommt man es mit, dass es da Diskussionen gibt“, bekannte Mannschaftskapitän Michael Wolf und mahnte: „Wir müssen uns jetzt keine Gedanken machen, ob er in acht Wochen noch unser Trainer ist oder nicht. Wenn wir so spielen, werden wir kein Spiel gewinnen.“ Es ist durchaus denkbar, dass die Situation noch zu weiteren WM-Absagen führt. „Das ganze Umfeld muss dem Coach da das Vertrauen geben, und das geben wir ihm auch“, sagte DEB-Präsident Franz Reindl zwar.