Keine Schlendrian-Gefahr bei den Roosters

Schwennigen..  Jari Pasanen schwante nicht nur Gutes. Nein, eigentlich schwante dem Trainer der Iserlohn Roosters vor dem Spiel bei den Schwenninger Wild Wings das Gegenteil von gut. Den Grund für ein wenig Pessimismus hatte ihm seine Mannschaft geliefert: Wann immer sie in dieser Spielzeit der Deutschen Eishockey Liga bemerkenswerte Siege - wie den am Freitagabend gegen Tabellenführer Adler Mannheim - eingefahren hatte, zerstörte sie die Euphorie durch Schlendrian-Niederlagen gegen Mannschaften aus dem Keller der Tabelle. Schwenningen ist Tabellenletzter, zudem bildete die Reise nach Süddeutschland den Beginn eines Kurz-Urlaubs mit der Familie für den einen oder anderen Spieler. „Das ist immer gefährlich“, sagte Jari Pasanen deswegen. Doch die Geschichte wiederholte sich nicht. Nach dem verdienten 3:1 (2:1, 0:0, 1:0)-Erfolg steht das Tor zu den Play-offs sperrangelweit auf.

„Es war ein schwieriges Spiel für uns. Gott sei Dank haben wir schnell zwei Tore geschossen“, sagte Pasanen nach der Partie, in die seine Mannschaft nur mit Mühe fand. Das änderte sich Mitte des ersten Drittels. Die Roosters erhöhten den Druck und gingen durch einen Doppelschlag von Chris Connelly binnen 81 Sekunden mit 2:0 in Führung. In Überzahl überwand der Kanadier Schwenningens starken Keeper Dimitri Pätzold zum ersten Mal (11.), wenig später war er im Nachsetzen erfolgreich (13.).

Diese beiden Treffer beflügelten die Iserlohner, die mehrfach die Führung hätten ausbauen können, aber Pätzold parierte glänzend. Stattdessen fiel wie aus dem Nichts heraus der Anschlusstreffer. Thomas Pielmeier düpierte mit einem harmlosen Schuss von der Bande aus Iserlohns unkonzentriert wirkenden Torsteher Matthais Lange – ein wahrer Glückstreffer, der den Wild Wings neue Hoffnung einhauchte.

Der IEC agierte nun zu passiv. „Wir haben versucht, das Ergebnis zu verteidigen, was sehr risikoreich war“, sagte Pasanen. Für Iserlohns Trainer war das verletzungsbedingte Ausscheiden von Schwenningens Sascha Goc letztlich die Schlüsselszene in dieser Partie. Der Verteidiger bekam nach einem Schuss von Colten Teubert den Puck ins Gesicht (25.). Den Ausfall konnte das Schlusslicht nicht kompensieren, obwohl es die Partie weiter offen halten konnte.

Mit zunehmender Spieldauer ließ bei den Gastgebern schließlich die Kraft nach. Als Marko Friedrich 177 Sekunden nach Beginn des letzten Abschnitts auf 3:1 erhöhte, war die Entscheidung zugunsten der Roosters gefallen. Iserlohn brachte nun das Ergebnis mühelos über die Zeit, hätte den Vorsprung sogar noch ausbauen können. „Ich bin froh über die Pause, die hat sich die ­Mannschaft verdient. Physisch ist sie noch fit, aber mental sehr müde“, diagnostizierte Jari Pasanen.

Zufrieden damit, dass es weniger gefährlich wurde als er gedacht hatte.