Kein Vergleich

Es sind hübsche Bilder, die da in diesen Tagen herüberflimmern aus Kanada, wo die Sonne so schön scheint, wo die deutschen Frauen gerade so erfolgreich Fußball spielen.

Wieder saßen sechs Millionen Menschen vor ihren Fernsehern, um das Spiel gegen Schweden zu verfolgen. Sechs Millionen, die zuschauen, obwohl die Partien erst um kurz vor Mitternacht enden. Sechs Millionen, die verdeutlichen, wie sehr der Frauen-Fußball angekommen ist. Angekommen in der Gunst der Masse. Angekommen in der Normalität, in der es in Deutschland kaum noch diese nervenden Grundsatzdiskussionen darüber gibt, warum Frauen-Fußball im Vergleich mit Männer-Fußball schlechter oder besser ist.

Das ist der weitaus größere Sieg als der Erfolg, den die Damen am Wochenende feierten. Der macht aus dem Mit-Favoriten Deutschland plötzlich den ultimativen Turnier-Favoriten Deutschland.

Doch die Warnung ist mehr als angebracht, sich nicht blenden zu lassen vom nackten Ergebnis, sondern zu registrieren, dass der skandinavische Dauer-Rivale derzeit bei weitem nicht die Qualität vergangener Tage aufweist.

Es heißt also: Ball flach halten. Ruhe bewahren. Und weiter mitfiebern. Wie beim Männer-Fußball.

Entschuldigung.