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Kein guter Stern über Mailand-San Remo

20.03.2010 | 09:23 Uhr
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Veteran Lance Armstrong krank, Herausforderer Heinrich Haussler verletzt und Vorjahresssieger Mark Cavendish angeschlagen: Wenn bei der 101. Auflage von Mailand-San Remo am heutigen Samstag der Startschuss in die Frühjahrssaison fällt, gibt es mehr Fragezeichen als Favoriten. Die letzte und wohl prominenteste Absage erreichte die Veranstalter am Freitagmorgen. Der siebenmalige Tour-Champion Armstrong fällt mit einer Magen-Darm-Grippe aus.

"Wir wollen nichts riskieren. Es wäre nicht intelligent, ihn in ein Rennen von rund 300 km zu schicken", begründete Armstrongs Teamchef Johan Bruyneel die Entscheidung. Auch wenn der Texaner kaum eine Siegchance gehabt hätte, eine Bereicherung wäre er allemal gewesen.

Eine Bereicherung war im Vorjahr auch das Herzschlagfinale zwischen Haussler und Cavendish, als der Deutsch-Australier in einer Millimeter-Entscheidung das Nachsehen hatte und bittere Tränen vergoss. Zur großen Revanche wird es diesmal erst gar nicht kommen. Haussler muss wegen einer Knieverletzung passen. Leichter wird es für Cavendish dadurch aber nicht, schließlich fährt der Brite nach Zahnproblemen und Sturzpech noch Form und Siegen hinterher.

<strong>Großmaul Cavendish diesmal nicht zu hören</strong>

So waren diesmal große Töne vom "Großmaul" von der Isle of Man erst gar nicht zu hören. "Ich kann nicht gewinnen. Ich habe nicht die Form, die Power. Mir fehlen 2000 Trainingskilometer", sagte Cavendish und ergänzte: "Es ist eine Schande, dass ich nicht in das Rennen gehen und sagen kann: "Ich will gewinnen."

Umso erstaunlicher ist die Team-Entscheidung, den deutschen Seriensieger Andre Greipel erst gar nicht starten zu lassen. Der Weltranglistenzweite aus Hürth hat im teaminternen Duell gegen Cavendish mit 6:0-Siegen die Nase vorn und bringt die Verantwortlichen zunehmend in die Zwickmühle. "Wir sollten Andre nicht als Helfer in das Rennen schicken. Dafür ist er einfach zu gut. Aus der Rolle ist er seit zwei Jahren herausgewachsen", begründet Aldag im SID-Gespräch die Nichtnominierung von Greipel.

Doch damit ist das Problem nicht aus der Welt. Die Tour de France rückt näher und diesmal will sich Greipel, der im Vorjahr zuschauen musste, nicht vertrösten lassen. Aldag will sich damit noch nicht beschäftigen: "Wir sollten uns jetzt noch nicht damit beschäftigen, was im Juli ist. Erstmal fährt Andre den Giro d"Italia. Das ist ein guter Aufgalopp."

<strong>Team Milram gehen die Fahrer aus</strong>

Derartige Luxusprobleme hat das Team Milram nicht. Dem letzten verbliebenen deutschen ProTour-Rennstall gehen die Fahrer aus. Mit Sprint-Kapitän Gerald Ciolek, der Anfang Februar eine Schultereckgelenksprengung erlitt, ist erst Ende April wieder zu rechnen. Klassikerspezialist Fabian Wegmann muss wegen eines Schlüsselbeinbruchs bei Tirreno-Adriatico in der Vorwoche noch gut fünf Wochen pausieren. Und Linus Gerdemann war jüngst durch einen Magen-Darm-Virus gestoppt worden.

Beim Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo kann Gerdemann zwar starten, allerdings sei es laut van Gerwen fraglich, wie der Deutschland-Toursieger von 2008 das 298 km lange Rennen durchsteht. "Die Verletzungsprobleme sind ärgerlich. Wir waren gerade auf dem Weg nach oben. Die Mannschaft war viel besser drauf als letztes Jahr", ergänzte van Gerwen.

Die Favoriten für den Sieg auf der Strandpromenade Lungomare Italo Calvino sind deshalb andere. Die größten Chancen werden den Ex-Weltmeistern Oscar Freire (Spanien) und Tom Boonen (Belgien) sowie Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara (Schweiz) zugeschrieben.

DerWesten

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