Kanute Hoff holt Premierengold - Europaspiele "kritisch"

Eingehend betrachtete Max Hoff das Premieren-Gold. Der Spitzenkanute präsentierte seine Europaspiele-Medaille stolz, die ganz große Euphorie über den Kontinentalwettbewerb wollte beim ersten deutschen Sieger aber nicht aufkommen.

Baku.. "Die erste Goldmedaille freut mich auf jeden Fall, es war ein hartes Stück Arbeit", berichtete der 32 Jahre alte Europameister nach dem Triumph über die 1000 Meter im Kajak-Einer. "Ich sehe den Zeitpunkt aber immer noch kritisch, es ist für uns Kanuten dadurch nicht so wichtig."

Binnen acht Minuten holten Hoff mit einem starken Endspurt und Sebastian Brendel die ersten deutschen Goldmedaillen überhaupt bei den Spielen von Baku. Insgesamt sicherten sich die Erfolgsgaranten vom Deutschen Kanu-Verband am ersten von zwei Finaltagen fünfmal Edelmetall. "Fünf Entscheidungen, fünf Medaillen - was will man mehr" sagte DKV-Sportdirektor Jens Kahl über den Beweis einer starken Form neun Wochen vor der Weltmeisterschaft.

Der Fokus liege diese Saison auf dieser WM in Mailand, betonte Hoff. "Wenn wir dort nicht gut sind, fahren wir nicht zu Olympia. Und da schaut die Welt hin." Nachdem er schon vor den Baku-Spielen über den "Schwachsinns-Zeitpunkt" geschimpft hatte, setzt er auch vor seiner zweiten Gold-Chance am Dienstag über 5000 Meter auf zukünftige Änderungen im Wettkampfkalender. "Es war jetzt das erste Mal. Ich denke, dass man Wege finden wird, dass man die Wertigkeit erhöht."

Die Wettbewerbe finden rund 280 Kilometer entfernt von Baku im Inland von Aserbaidschan in Mingachevir statt - als einzige Sportler sind die Kanuten nicht in der Hauptstadt Aserbaidschans. "Das ist schon ein Kack", meinte Hoff, dessen Rückflug kurz nach den letzten Kanu-Rennen am Dienstag gebucht ist. "So ist es der gleiche Wettkampf wie sonst auch, es sind die gleichen Leute wie immer. Ein Teamgefühl kommt hier gar nicht erst auf."

Zumindest die deutsche Kanu-Auswahl darf sich gemeinsam über die gewohnten Erfolge freuen. Nach einem starken Rennen und zwischenzeitlicher Führung verpassten Max Rendschmidt und Marcus Groß im Kajak-Zweier über 1000 Meter allerdings mit reichlich Pech den möglichen dritten deutschen Sieg hinter dem ungarischen Duo. Die beiden wurden in der Schlussphase durch Algen und Wasserpflanzen am Boot gebremst. "Das hat enorme Kräfte gekostet", erklärte Kahl.

Im Kajak-Vierer mussten sich Franziska Weber, Conny Wassmuth, Verena Hantl und Tina Dietze ebenfalls nur Ungarn geschlagen geben und holten über 500 Meter Silber. Peter Kretschmer und Michael Müller sicherten sich Bronze im Canadier-Zweier über 1000 Meter, den Europaspiele-Titel holte Weißrussland.