Judoka Trajdos krönt Europa-Festspiele

Martyna Trajdos hat die Europa-Festspiele der deutschen Judoka in Baku vorerst gekrönt und das erste EM-Gold für die Mattenkämpfer seit 2008 gewonnen.

Baku.. Die 26 Jahre alte Hamburgerin bezwang im Finale der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm die Slowenin Tina Trstenjak mit einem halben Punkt. "Ich fasse es immer noch nicht. Ich bin immer noch wie im Tunnel und kann den Erfolg noch gar nicht richtig realisieren", sagte die Hamburgerin enthusiastisch mit zwei Medaillen um den Hals.

Bei den Europaspielen werden gleichzeitig auch die EM-Titel vergeben, vor sieben Jahren stand zuletzt Heide Wollert in Lissabon ganz oben auf dem Podest.

Insgesamt sicherten die Athleten des Deutschen Judobundes an ihrem zweiten Wettkampftag bei den Europaspielen fünf Medaillen, darunter gewann die Paralympics-Siegerin Ramona Brussig Bronze im integrierten Wettkampf der Sehgeschädigten in der Klasse bis 57 Kilogramm. Am Donnerstag hatten die Judoka bereits dreimal Bronze geholt.

Laura Vargas Koch unterlag im Finale der Kategorie bis 70 Kilogramm der Niederländerin Kim Polling nach einem Haltegriff. In der gleichen Klasse holte Szaundra Diedrich mit Ippon gegen Katarzyna Klys aus Polen Bronze.

Bei den Männern bis 81 Kilogramm wurde Alexander Wieczerzak ebenfalls Dritter. Siebenmal Einzel-Edelmetall bei einer EM, so eine gute Bilanz hatten die deutschen Judoka zuletzt 2000.

Trajdos hatte zuvor noch keine Einzelmedaille bei Großereignissen geholt und holte sich den ersten deutschen EM-Sieg in dieser Kategorie mit einer Wertung in der letzten Minute des Kampfes. Im Halbfinale gelang ihr zudem ein Sieg gegen Welt- und Europameisterin und Weltranglistenerste Clarisse Agbegnenou aus Frankreich.

"Sie war immer meine Angstgegnerin", erklärte Trajdos. "Gestern habe ich noch gesagt, dass ich weinen würde, wenn ich gewinne. Aber heute habe ich dann immer gesagt: Komm, weine! Aber es ist nicht passiert."

"Es ist ein Weltklassefeld hier, alles was Rang und Namen hat ist hier. Da einen Titel zu holen, ist das, was wir uns wünschen", schwärmte Mark Borchert, Sportdirektor des Deutschen Judobundes. "Wir sind mehr als im Plan, aber wir haben auch am Samstag noch viele, viele starke Leute, auch unsere schweren, die eigentlich unsere Flaggschiffe sind."

Als erste sehgeschädigte Athletin überhaupt bei den Europaspielen bekam Ramona Brussig Bronze um den Hals gehängt. "Ich bin glücklich", sagte die 38-Jährige. "Ich habe das Ganze als positiv empfunden. Ich glaube, das kam gar nicht schlecht an bei den Leuten."