John Degenkolb rast bei Paris-Roubaix zum historischen Sieg

John Degenkolb hat sich in der "Hölle des Nordens" durchgesetzt. Der Sprinter gewann den Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix - als erster Deutscher seit 1896.
John Degenkolb hat sich in der "Hölle des Nordens" durchgesetzt. Der Sprinter gewann den Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix - als erster Deutscher seit 1896.
Foto: Imago Sportfotodienst
Was wir bereits wissen
Historischer Triumph bei einem Radsportklassiker: Als erster Deutscher seit 119 Jahren hat John Degenkolb am Sonntag Paris-Roubaix gewonnen.

Roubaix.. Als John Degenkolb auf dem Siegerpodest den schweren Pflasterstein küsste und in die in Höhe reckte, war sein größter Traum in Erfüllung gegangen. „Jahrelang hatte ich für diesen Moment gearbeitet, jetzt hat man den Moment, und ich kann es noch gar nicht begreifen. Alles, was ich dafür gegeben habe, hat sich heute ausgezahlt“, sagte Degenkolb nach seinem Sprint in die Radsport-Geschichtsbücher.

In der sogenannten „Hölle des Nordens“ raste der 26 Jahre alte Thüringer am Sonntag zum ersten deutschen Sieg seit 119 Jahren. Degenkolb siegte bei der Kopfsteinpflaster-Tortur des Frühjahrsklassikers Paris-Roubaix nach 253,5 Kilometern, davon 57,5 über die gefürchteten Pavés, nach 5:49,51 Stunden vor Zdenek Stybar (Tschechien) und Greg van Avermaet (Belgien).

Bradley Wiggins chancenlos

„Ich bin so glücklich und stolz“, sagte Degenkolb mit dreckverschmiertem Gesicht, nachdem er seiner Frau Laura samt Söhnchen Leo-Robert im Zielbereich von Roubaix in die Arme gefallen war.

Für den Kapitän im Giant-Alpecin-Team war es bereits der zweite Klassiker-Sieg in diesem Jahr, nachdem er drei Wochen zuvor bei Mailand-Sanremo triumphiert hatte. Kein Happy End gab es dagegen für den früheren Tour-de-France-Sieger und Olympiasieger Bradley Wiggins, der im letzten Straßenrennen seiner Karriere chancenlos war und Rang 18 belegte.