Jogi Löw rechnet in Wutrede mit Nationalelf-Kritikern ab
13.08.2012 | 15:07 Uhr 2012-08-13T15:07:19+0200
Frankfurt/Main. Vor dem Länderspiel gegen Argentinien echauffiert sich der Bundestrainer über drei Vorwürfe gegenüber seiner Mannschaft. Auf der Pressekonferenz rechtfertigt Löw zudem Tim Wieses Nicht-Nominierung. An Angreifer Miroslav Klose will der 52-Jährige bis 2014 festhalten.
46 Tage nach dem enttäuschenden EM-Aus gegen Italien hat Joachim Löw gnadenlos mit den Kritikern der deutschen Fußball-Nationalmannschaft abgerechnet und betont, dass er den in den vergangenen Jahren eingeschlagenen Weg kompromisslos fortsetzen werde. "Teilweise habe ich die Kritik als nicht zielführend und ermüdend empfunden", echauffierte sich der Bundestrainer in einem rund 20-minütigen Monolog am Montag in Frankfurt/Main. Löw wirkte aufgebracht, erhob immer wieder die Stimme und versuchte seinen Worten stellenweise mit entschlossenen Gesten Nachdruck zu verleihen.
Besonders drei Vorwürfe hatten den 52-Jährigen nach dem 1:2 im Halbfinale gegen Italien verstimmt: Seiner Mannschaft fehle es an Leitwölfen; der Verzicht einiger Spieler auf das Mitsingen der Hymne lasse auf eine mangelnde Identifikation mit dem DFB-Team schließen; und sein Team sei insgesamt zu verwöhnt. "Diese Diskussion will ich nicht mehr führen. Wir haben keine flachen Hierarchien, sondern klare Strukturen", konterte Löw den ersten Kritikpunkt. Kapitän Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose bezeichnete er explizit als Spieler, "die gezeigt haben, dass sie in der Lage sind, eine Mannschaft zu führen."
Mitsingen der Nationalhymne sei kein "Beleg für Qualität und Willen"
Einmal in Rage nahm sich Löw zwei Tage vor dem Testspiel gegen Argentinien (20.45 Uhr) dann Diskussionen um eine "Singpflicht" bei der Hymne vor - eine Debatte, die vor allem von DFB-Ehrenpräsident Gerhard Mayer-Vorfelder entfacht worden war. Der Bundestrainer betonte, dass er es "akzeptiere und respektiere", wenn Spieler mit Migrationshintergrund auf ein Mitsingen verzichteten. "Beim DFB gibt es keine Hymnenpflicht", sagte Löw: "Ich finde es fatal, wenn man den Spielern unterschwellig gar den Vorwurf macht, dass sie keine guten Deutschen seien. Die Hymne zu singen, ist wunderschön. Aber das ist kein Beleg für Qualität und Willen der Mannschaft."
Bei allem Zorn über die aus Löws Sicht polemischen Vorwürfe, blieb der Bundestrainer bei der Kritik am bitteren sportlichen Ende der EM vergleichsweise nüchtern und gelassen. "Ich hatte einen klaren strategischen Plan, von dem ich zu 100 Prozent überzeugt war", sagte der Coach im Rückblick auf das Spiel gegen Italien, vor dem er seine Startformation auf drei Positionen verändert und defensiver als zuvor ausgerichtet hatte: "Ich stehe zu dieser Entscheidung und übernehme die Verantwortung dafür, dass es nicht geklappt hat."
Nachdem die ersten Aspekte der EM aufgearbeitet worden sind, will das DFB-Trainerteam die Analyse in den kommenden Wochen und Monaten fortsetzen. Neben der Erkenntnis, dass die Vorbereitungszeit für das gesamte Team zu kurz gewesen sei, blieb bisher vor allem eines haften. "Wir befinden uns in der Weltklasse, aber es ist noch ein kleiner Schritt bis in die Weltspitze", sagte Löw: "Bei Spanien greifen die Automatismen bis zur Perfektion. Das ist bei uns noch nicht so." Zudem habe es bei der EM an Chancenverwertung und der Umsetzung des Pressings gehapert.
Löw: "Unser Weg stimmt"
An diesen Defiziten gelte es von nun an bis zur WM 2014 in Brasilien zu arbeiten; die Voraussetzung für eine erfolgreiche Fortführung der Arbeit sei gegeben. "Unser Weg stimmt. Es gibt keinen Grund von unserem Konzept abzuweichen", sagte Löw: "Wir werden unseren roten Faden beibehalten - mit aller Flexibilität und kleinen Veränderungen." Eine erste Neuerung gibt es schon am Mittwoch im Tor zu beobachten. Tim Wiese war von Löw nicht mehr berücksichtigt worden. Nach dem Ausfall von Manuel Neuer ließ der Bundestrainer offen, ob er Ron-Robert Zieler oder dem nachnominierten Marc-Andre ter Stegen gegen Argentinien das Vertrauen schenken werde.
Das Rennen um den Platz hinter Neuer scheint offen. Auch Bernd Leno und Oliver Baumann könnten in den kommenden Monaten ihre Chance bekommen. Während im Tor also eine Verjüngung ansteht, bleibt im Sturm alles beim alten - im doppelten Sinne. Löw will bis 2014 am 34-jährigen Miroslav Klose festhalten. "Bei ihm sehe ich die Altersgrenze nicht", sagte Löw und war am Ende doch wieder ganz ruhig. Er hatte sich genug Luft verschafft. (dapd)
00:45
weiß allessssssssss
12:33
Jogi Löw hat völlig recht. Was Medien und selbsternannte Experten in Foren absondern ist abenteuerlich. Hätte er die Greichenland-Elf aufgestellt und es wäre schief gegangen, hätte man ihm vorgeworfen, dass die Mannschaft zu jung, zu offensiv, zu unerfahren war. Und was hätte es uns groß genützt? Im Finale war Spanien eh unschlagbar. Löw ist der Richtige. Alle Meckerköppe: Lest die BILD und seid still!
:-) Sehr gut !
23:57
Ich denke, Herr Löw sollte den Stammtischen den Gefallen tun und bei den nächsten Spielen alle Spieler, die die Hymne nicht singen, zu Hause lassen.
Dann wird vielleicht dem einen oder anderen auffallen, dass es gerade die Özils und Khediras waren, die in den letten Jahren mitentscheidend für den spielerischen Aufschwung der Nationalmannschaft waren.
Fuer den spielerrischen Aufschwung schon ,aber will Deutschland Schoenspielweltmeister werden ,oder die Goldene Ananas von 2010 verteidigen.Oder will Deutschland endlich mal wieder einen Titel gewinnen .Mit schoenspielern wird das nichts siehe Holland
Sie haben aber schon mitbekommen, dass wir vor Klinsmann/Löw auch lange nichts gewonnen haben und die Deutschen meilenweit von der Weltspitze entarnt waren?
Und jetzt wird hier rumgeheult, wenn wir nur Dritter werden.
23:11
Das Duo Löw und Bierhoff hat bisher keine Titel geholt. Die Entscheidungen waren nicht einfach vermittelbar und viele sind der Überzeugung, dass zu wenig aus der Truppe herausgeholt wurde.
Der Meinung schließe ich mich auch an.
Es ist natürlich schwer zu vermitteln, dass National-Spieler einerseits sich mit Deutschland identifizieren sollen, andererseits aber nicht bei Toren jubeln, wenn sie gegen das eigene Geburtsland oder gegen das Geburtsland der Eltern fallen oder sich mit Hinweis auf dem Migrationshintergrund weigern die Hymne zu singen. Hier wirken Sportler, die die Hymne singen entschlossener (siehe Beachvolleyball). Es haben sich in vielen anderen Bereichen Hymnen als Mittel der Identifikation entwickelt (Sportverein, Militär)
Wir sind in einer globalisierten Welt, und die meisten Spieler - auch aktuelle Nationalspieler - haben gezeigt, dass die Identifikation bei dem Verein liegt, der aktuell das meiste Gehalt zahlt. Dort gibt es meistens weniger Probleme.
21:39
Sie wissen aber schon, dass Löw im Gegensatz zu den Bayern keinen Mandzukic oder Lewandowski einkaufen kann, sondern das nehmen muss, was Deutschland an Stürmern zu bieten hat?
20:32
Also mal ehrlich, ich bleibe bei meiner Meinung das der Löw nach Bayern gehört. Da kann er seine Lieblinge egal wie gut oder wie schlecht Sie in Form sind immerwieder spielen lassen, kommt ja dann dem Rest der Liga entgegen. Einige ältere Spieler sollten 2014 wohl nich mehr dabei sein, obwohl ALTER schützt vor Leistung nicht. Wenn man gestern mal die Startaufstellung der Bayern und das Spiel gesehen hat, sollte doch wohl jedem klar sein das ein Gomez demnächst nur noch Bälle aufpumpen darf, weil ein Mandzukic spielerisch einfach eineKlasse besser ist, und wenn der Gomez so gut !!!! ist waqrum jagt der Hoeness immer noch Lewandowski. Ein 18-jähriger Türke spielt für Badstuber und den Schweini hat keiner vermisst, und der Boateng hat das gemacht was er besten kann, nämlich nichts. Alles bei Jogi gesetzte Spieler, wenn das so weitergeht sollte der DFB die Reisekosten nach Brasilien sparen und dafür alle nach München aufs Oktoberfest schicken.
Aber Löw muss mit den Leuten arbeiten, die er hat. Er kann keinen Mandzukic einkaufen!
Alles völliger Schwachsinn. Wen außer Klose und Gomez soll man denn nehmen? Alle anderen deutschen Stürmer wie Kießling sind schreckliche Graupen. Deutschland braucht einfach einen neuen Klinsmann/Völler, einen, der alles kann und Biss hat. Gomez hat keinen Biss. Gomez läuft in der Gegend rum und trifft manchmal aus einem Meter Torentfernung. Seine Tore gegen Holland waren hübsch, aber man sieht ihn im Spiel einfach nicht genug. Man braucht keinen unsichtbaren Knipser, sondern einen mitreißenden, heißen Typen - wie Klinsmann oder Völler eben.
20:11
Eine klare Ausrichtung und gleichbleibende Gepflogenheiten hat Herr Löw!
Wiese wird gerade genauso abgesägt wie andere vorher.
Und Klose ist mit 36 Jahre bei der WM sicher im besten Stürmeralter!
Das fällt Löw dann vor dem Tunier ein und dann wird auch er abgesägt.
Vielleicht wäre es ja eine Alternative mal jetzt darüber nachzudenken und bis zum WM einen neuen verjünkten Sturm aufzubauen!!!
20:02
Oh, ist wieder die geballte Fachkompetenz versammelt?
Bin ja kein Bayern-Freund, aber man kann Löw doch nicht ernsthaft den Einsatz von Gomez vorwerfen. 26 Tore in der BL, 12 Tore in 12 CL-Spielen, das ist kaum zu überbieten.
Und Klose ist immerhin schon 34 und war die halbe Saison verletzt.
Wenn ich die Kommentare mal zusammenfasse, sollten bei der nächsten WM nur noch Spieler dabeisein, die die Hymne singen, also Özil raus, Khedira raus, dann muss der erfolgreichste deutsche BL-Torschütze raus, alle Millionäre raus, achja, der Trainer muss auch weg.
Am besten übernimmt einer der Experten hier.......
Zitat: "26 Tore in der BL, 12 Tore in 12 CL-Spielen, das ist kaum zu überbieten."
Ja klar. Und gegen was für Mannschaften?? Kaiserslautern und sowas. Ich war beim Public Viewing gegen Italien dabei und JEDER hat gesehen wie der über den Ball gestolpert ist. Noch dazu wurde die Szene mehrfach wiederholt - aus Mitleid? Oder um dem Löw mal auf dem grossen Screen zu zeigen, was für eine Schwachsinns-Idee der Gomez war?
Scheinbar ist ein verletzter Klose immer noch besser (und kämpferischer) als ein unverletzter Gomez. Ne, echt... Gomez raus!
"Und gegen was für Mannschaften?? Kaiserslautern und sowas."
Wusste gar nicht, dass Kaiserslautern in der Champions League gespielt hat.
19:04
Der soll lieber auf sich schauen und sich vor dem Spiegel fragen, was das denn sollte, gegen Italien zum einen die Mannschaft so zu verändern und dann auch noch den Stolpergomez aufzustellen.
Zu letzterem nämlich: Da kriegt der Gomez den Ball perfekt zugespielt, bräuchte nur abzuziehen und was macht der? Stolpert über den Ball. Un-fass-bar!
Bitte nur noch Klose - und Gomez raus aus der NM!
18:46
Wer die Hitze nicht vertragen kann, hat nichts in der Küche zu suchen. Und übrigens: stets freundlich und gelassen bleiben! Das strahlt Souveränität aus!
Viel Glück am Mittwoch gegen Argentinien: hasta la victoria siempre!