Joachim Löw verteidigt Silvia Neid

Frankfurt..  Als Silvia Neid (Bild) nach der Rückkehr der deutschen Fußballerinnen in die Heimat von der prominenten Fürsprache durch Weltmeister-Coach Joachim Löw erfuhr, huschte ein Lächeln über ihr müdes Gesicht. Schon vor der wegen eines Maschinendefekts um drei Stunden verspäteten Landung des DFB-Trosses hatte sich Löw in der nach Platz vier bei der WM entstandenen Debatte um die Zukunft des deutschen Frauen-Fußballs auf die Seite der Bundestrainerin geschlagen.

„Was in der Öffentlichkeit vom einen oder anderen Trainerkollegen gesagt wurde, ist einfach mieser Stil - vor allem die Art und Weise. Kritik unter Kollegen sollte man direkt mit den beteiligten Trainern besprechen. So haben wir es beim DFB immer gehalten“, polterte Löw. Neid nutzte diese Steilvorlage und erteilte der Forderung der Kritiker nach einer schnellen Aufarbeitung des unbefriedigenden WM-Abschneidens eine Absage. „Ich mache jetzt erst einmal Urlaub, den habe ich mir verdient. Mit der WM-Analyse lasse ich mir Zeit. Ich weiß ja, was wir verbessern müssen“, sagte sie.

Neid zufrieden mit der WM

Die Kritik aus der Bundesliga am Auftritt ihrer Mannschaft bei der Endrunde in Kanada wies Neid erneut zurück. „Wir gehören zu den vier besten Mannschaften der Welt und haben uns für Olympia qualifiziert. Ich bin total zufrieden mit dem Erreichten“, sagte die in Wilnsdorf im Siegerland lebende 51-Jährige. Immerhin relativierte sie ihre Kritik an der mangelnden Fitness der Spielerinnen dahingehend, dass dafür nicht die Vereine, sondern der Terminplan der Fifa und des WM-Ausrichters verantwortlich seien.