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Jetzt müssen die Bayern nachlegen

26.01.2013 | 00:27 Uhr
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Dortmund. Kurz vor dem Anpfiff durch Schiedsrichter Michael Weiner zogen Rauchschwaden durch das Riesenstadionrechteck von Borussia Dortmund. Teile des Nürnberger Anhangs demonstrierten damit, dass sie Fußball noch immer falsch verstehen. Von der Mannschaft des 1. FC kann das nicht behauptet werden. Sie ließ sich bei eisiger Kälte von der in jeder Hinsicht überlegenen Auswahl des BVB nicht schockfrosten. Sie bemühte sich um Struktur im Spiel, hielt dagegen, am Ende lautete das Ergebnis aber dennoch 3:0 (2:0) für den deutschen Doublesieger.

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer der Borussia, hätte sich alles noch etwas schneller gewünscht: „Bei einem dritten Tor wäre ich ruhiger“, meinte er nach dem gelungenen Auftakt. Doch er musste bis kurz vor Schluss warten, ehe Robert Lewandowski schließlich doch noch zum 3:0 traf.

Welche Bedeutung dieser Sieg für die Schwarzgelben hat, macht auch ein Blick auf die Tabelle klar. Vorher war Bayern München ein Dutzend Punkte entfernt. Jetzt muss der Spitzenreiter am Sonntag gegen den VfB Stuttgart nachlegen, um diesen Abstand wieder herzustellen. Vorher waren im engen Feld aber auf Platz 15 auch die Nürnberger lediglich zwölf Punkte entfernt. Und so tut der Borussia der Erfolg gleich in mehrfacher Hinsicht gut. Nach oben, nach unten – und nach innen, da, wo jede gewonnene Partie ihre positive Wirkung entfaltet. Jürgen Klopp hatte es schon vor Tagen gesagt: Druck, wahrer Druck, könnte für den BVB erst dann aufkommen, wenn man ein Stück weit Richtung Tableau-Süden durchgereicht würde.

Verändert hatte der Trainer sein Startensemble im Vergleich zum ebenfalls bereits anständig Druckaufbau vermeidenden 5:0-Rückrundenauftaktsieg bei Werder Bremen nur auf einer Position. Kevin Großkreutz durfte auf der Bank Schutz vor der Kälte suchen. Auf den Rasen hinaus schickte Klopp Jakub „Kuba“ Blaszczykowski, auf die rechte Offensivseite. Marco Reus orientierte sich nach links, Mario Götze übernahm die zentrale Schaltstelle hinter Solostürmer Robert Lewandowski, der nach fünf Minuten seiner Pflicht erstmals nachkam. Er sorgte nach doppeltem Doppelpass mit dem polnischen Nationalteamkollegen Kuba für Gefahr im gegnerischen Strafraum. Sein Ball allerdings strich rechts am Tor vorbei.

Souverän dominierte der BVB die Begegnung. Lediglich eine Minute lang ließ er Nürnberg die Freiheit, selbst den Versuch zum Tor zu unternehmen. Die aber nutzten diese Minute 15 sofort zu zwei Riesenchancen. Tomas Pekhart prüfte Dortmunds Tormann, danach drosch Markus Feulner den Ball Richtung Borussen-Kasten. Beide Male hielt Roman Weidenfeller in Weltklassemanier. Und zwei Minuten später verwandelte dann Blaszczykowski einen von Weiner nach Attacke von Timo Gebhart gegen Lukasz Piszczek verhängten Elfmeter. 1:0.

Dortmund erhöhte in der 21. Minute auch noch auf 2:0. Nach Flanke von Götze war es wieder Blaszczykowski, der den Ball über die Linie bugsierte. Es folgten in Runde eins weitere Möglichkeiten, und in Runde zwei schlichen sich zwar Fahrigkeiten hinein ins Borussenspiel, doch die Chancenhoheit blieb gewahrt. Und es folgte das I-Tüpfelchen in der Kälte: Klopp brachte in der 77. Minute Rückkehrer Nuri Sahin, und der wurde wurde beim Heimdebüt von den Fans mit viel Wärme empfangen.

Günter Bork

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