Jetzt kann es endlich losgehen

Dortmund..  Die Zahlen stehen im Raum. 35 000 bis 40 000 Zuschauer sollen vom 23. Februar bis 8. März die Bobbahn in Winterberg besuchen. Sollen ins Hochsauerland kommen und dabei feststellen: Winterberg hat was. Klar, die Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften – aber auch noch viel mehr. „Wir glauben, dass das klappt“, sagt Pressesprecher Paul Senske optimistisch. Und Petra Sapp, Organisations- und Marketingchefin, ist nicht minder zuversichtlich. „Wir sind auf Promotionstour“, sagt sie. An diesem Vormittag wird in Dortmund die Botschaft verbreitet, dass die WM in Winterberg ein internationales sportliches Top-Ereignis ist, wie es das Sauerland selten erlebt hat. Seit 2012 wird die WM vermarktet, einen Monat, bevor der erste Schlitten die 1609 Meter lange Bahn herunterrast, erreichen die Aktivitäten ihren Höhepunkt.

Dabei steht eine ganze Region hinter der Bobbahn und der Ausrichtergemeinschaft. Diese ist zur Hälfte professionell, zur anderen Hälfte ehrenamtlich. „Wir haben eine engagierte Truppe von 40 bis 50 Leuten“, sagt Jens Morgenstern. Der sportliche Leiter und Präsident des BSC Winterberg fiebert gemeinsam mit allen Helfern dem Start entgegen. „Einige nehmen sich Urlaub, um die ganze Zeit dabei zu sein“, erzählt Morgenstern. Dabei kann er in seinem Team auf Erfahrung setzen, hat Helfer in seinen Reihen, die schon vor 20 Jahren dabei waren.

1995 war das letzte Mal eine WM an der Kappe. „Damals wurde wohl viel gefeiert“, hat Petra Sapp gehört. Das soll nun in diesem Jahr nicht anders sein. Ein umfangreiches Rahmenprogramm - an der Bahn und in der Stadt – erwarten die Besucher. Da gibt es Thementage und Angebote für Schulen, für Firmen, für Familien. Möglich ist all das dank zahlreicher Sponsoren, die das weltmeisterliche Vergnügen unterstützen.

Sechs Millionen Euro wurden in die Bobbahn und ihre Technik investiert. Das war nötig, um internationalen Standards gerecht zu werden und Petra Sapp ist stolz auf das Angebot. „Für die Region ist es ein absoluter Mehrwert“, schwärmt sie von einer tollen Vernetzung. Ein Großteil der Aufträge zu Um- und Ausbauten konnte regional vergeben werden, für Sapp ein Beweis, dass im Umfeld viele Spezialisten zu finden sind. Und auch an eine Nachhaltigkeit glaubt sie, glaubt, dass die Investitionen die Zukunft sichern. So wurde der Winterberger Bahnhof komplett neu gestaltet, so dass sich die Besucher schon bei ihrer Ankunft Willkommen fühlen.

Denn dass die Fans anreisen, daran hegt keiner Zweifel. Das Ruhrgebiet, das Münsterland und Hessen gelten als Einzugsgebiete für Winterberg, das optimal erreichbar ist per Bahn. „Das Zugticket ist im Eintrittspreis enthalten“, wirbt Petra Sapp für die umweltfreundliche Alternative der Anreise. Die Hoteliers melden bereits gute Auslastung, aus Holland hat man Signale erhalten, dass Fangruppen kommen. „Wir waren in Utrecht bei einer Tourismusmesse, da gab es eine große Resonanz“, freut sich Petra Sapp über die Begeisterung im Nachbarland.

Sieben Stunden überträgt das ZDF live aus Winterberg. Eine wichtige Konstante für die Macher. Denn schöne Bilder aus dem Hochsauerland sind die beste Werbung. Und natürlich sportliche Erfolge. Auch da ist Jens Morgenstern zuversichtlich. Er hofft, dass auch Athleten seines Vereins die medaillenlosen Olympischen Spiele von Sotschi vergessen machen.

Auch wenn einer nicht dabei sein wird: Anschieber Jannis Bäcker, Zweierbob-Weltmeister, ist am Knie verletzt. „Dass ich bei der Heim-WM nicht dabei bin, tut mir doppelt weh. Doch ich werde an der Bahn stehen. Denn die Stimmung wird einmalig sein.“

Und so meint auch Jannis Bäcker: Winterberg hat was.