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Italiens Skandal-Stürmer Balotelli rastet erneut aus

09.06.2013 | 11:44 Uhr
Italiens Skandal-Stürmer Balotelli rastet erneut aus
Der tschechische Torhüter Petr Czech beruhigt Italiens Mario Balotelli. Der Stürmer hat bei dem WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien wieder einmal eine rote Karte kassiert.Foto: David W Cerny/reuters

Rom/Prag.   Wenn es um Ärger und Skandale geht, ist auf Mario Balotelli Verlass: Kurz vor der Abreise der Italiener zum Confederations Cup nach Brasilien hat der exzentrische Fußballstar der "Squadra Azzurra" wieder einmal zugeschlagen.

Erst brachte Hitzkopf Mario Balotelli beim 0:0 gegen Tschechien mit seiner Gelb-Roten-Karte Italiens WM-Qualifikation in Gefahr, dann trat er im Prager Stadion auf dem Weg in die Kabine um sich und am Ende beschimpfte er auch noch die eigenen Fans. "Haltet doch beim Confederations Cup zu einer anderen Nation!", empfahl der wütende Balotelli den Tifosi via Twitter (Scrivete pure quello che volete ma alla confederation cup tifate un altra nazione ve lo dico con il CUORE.) und sorgte damit vor dem WM-Test in Brasilien für Ärger im Lager des Vize-Europameisters.

Mit seinem Wutausbruch reagierte der 22-Jährige auf der Rückreise aus Prag auf kritische Fan-Tweets. Am nächsten Morgen entschuldigte sich der Stürmer des AC Mailand: "Meine Reaktion war nicht in Ordnung. Ich bitte um Verzeihung. Ich entschuldige mich bei meiner Mannschaft. Ich muss noch reifer werden", schrieb Balotelli auf Twitter.

<blockquote class="twitter-tweet"><p>.. Buon giorno.. Ieri la mia reazione non è stata giusta ,chiedo scusa.. SCUSA.. Alla mia squadra .. Devo imparare... Ancora..</p>&mdash; Mario balotelli (@FinallyMario) <a href="https://twitter.com/FinallyMario/status/343313969823494146">June 8, 2013</a></blockquote>

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Nationaltrainer Cesare Prandelli war trotzdem verärgert: "Mario muss lernen, dass er nicht immer aus dem Bauch heraus reagieren kann", erklärte der Coach und ermahnte seinen Stürmerstar: "Wir verlangen von ihm, dass er den Fußballer und nicht den Star gibt."

"Twittern ist schön, kann aber der Karriere schaden"

Offensichtlich war Balotelli in Prag wieder einmal überfordert, wofür Prandelli durchaus väterliches Verständnis aufbringt: "Balotelli ist kein Fußballer wie jeder andere. Vor dem Spiel in Prag waren 90 Prozent aller Fragen an ihn gerichtet", berichtete der Coach. Dass sich Balotelli auf dem Platz aber immer wieder provozieren lässt, akzeptiert Prandelli nicht: "Ein echter Champion hilft seiner Mannschaft und überträgt nicht seinen Seelenzustand auf sie", kritisierte der Trainer.

Gerüchte
Mario Balotelli soll zum Spaß Drogen verkauft haben

Gemeinsam mit Vertretern der neapolitanischen Mafia soll Mario Balotelli, Stürmerstar des AC Mailand, vor drei Jahren zum Spaß als Drogendealer in Aktion getreten sein. Dies erfuhren italienische Medien am Rande eines Geldwäsche-Prozesses. Balotelli wehrt sich bei Twitter gegen die Vorwürfe.

Auch beim Blick in die Zeitungen schlug Balotelli am Sonntag heftige Kritik entgegen: "Twittern ist schön, kann aber der Karriere schaden", spottete die "Gazzetta dello Sport". Rückendeckung bekam Italiens "Enfant terrible" von Kapitän Gianluigi Buffon: "Zwei Gelbe Karten stellen seine Entwicklung nicht infrage", meinte der Torwart, der die enttäuschenden Azzurri am Freitag mit vielen Glanzparaden vor einer Pleite bewahrt hatte. Nach Balotellis Platzverweis in der 72. Minute retteten die Gäste das 0:0 über die Zeit.

Trotz des Rückschlags in der WM-Qualifikation bleiben die Italiener für den Confederations Cup (15. bis 30. Juni) optimistisch. "Ich mache mir keine Sorgen", sagte Prandelli. Sein Team sei zwar "nicht brillant" gewesen, habe aber "Charakter gezeigt", meinte der Nationalcoach.

Wenn Balotelli nun in Südamerika im ersten Spiel gegen Mexiko am 16. Juni noch die Nerven behält, kann Prandelli aufatmen. Seine Sperre muss der Milan-Star nicht in Brasilien , sondern in der WM-Qualifikation im nächsten Spiel Anfang September gegen Bulgarien absitzen. Hinter Spitzenreiter Italien (14 Punkte) liegen die Bulgarien (10) in Gruppe B auf Platz zwei vor Tschechien (9). (dpa)



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