In Wolfsburg ist Magath wieder Felix Allmächtig

Felix Magath ist zurück beim VfL Wolfsburg. Beim Retortenklub wird er wieder im Geld baden können. Ärger mit den Fans steht auch nichts ins Haus. Der Verein hat kaum Tradition. Ein Kommentar.

Essen.. Felix, der Glückliche. Nun ist er wieder alles, was er einmal war: Feuerwehrmann wie einst in Hamburg und Bremen. Und Felix Allmächtig, wie während seiner ersten Wolfsburger Zeit. Ein Manager und Trainer in Personalunion, ausgestattet mit kaum begrenzten Befugnissen, mit kaum begrenzten Mitteln und außerdem mit Wirtschaftsführern im Rücken, die Magath als einen der ihren betrachten. Und sich deshalb auch nicht an seinen Methoden stoßen.

So überraschend der schnelle Wechsel von Magath zurück nach Wolfsburg kam, so sensationell er im ersten Moment anmutet – er ist doch logisch. Der erste Reflex: man hat die Nase voll. Von einer überdrehten Liga, in der das Maß für Anstand offenbar mehr und mehr verloren geht. Von der lächelnd vorgeführten Kaltschnäuzigkeit eines Einzelnen, den viele feiern, weil er mitnimmt, was mitzunehmen ist.

Aber wenn sich das gelegt hat, ist es vielleicht ganz einfach: Im Grunde hat Wolfsburg den Alleinherrscher Magath zurückgeholt, weil der Alleinherrscher Magath dort bestens funktioniert hat. Auf Schalke konnte es vermutlich niemals gut gehen, schon weil zu Magaths Stil gehört, Traditionen ohne Bedenken zu zerstören, wenn sie als hinderlich empfunden werden. Das Praktische am VfL Wolfsburg ist, dass er erst gar keine große Tradition hat. Felix ist wieder bei sich. Der Glückliche.