"Im richtigen Tief" - Triste Slalombilanz für deutsche Damen

Hat noch nicht ihr ganzes Können abgerufen: Christina Geiger.
Hat noch nicht ihr ganzes Können abgerufen: Christina Geiger.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Auch im vierten Slalom der Weltcup-Saison hat es keine deutsche Fahrerin in die Top 15 geschafft. Die Norm für die WM rückt für viele in weite Ferne.

Kühtai.. Barbara Wirth vergoss nach ihrem schnellen Slalom-Aus noch an der Piste bittere Tränen, Christina Geiger war im Zielraum kaum besser gelaunt. "Das war leider immer noch nicht das, was ich kann, das weiß ich selber. Aber es fehlt halt einfach noch das Selbstvertrauen", konstatierte die 24-Jährige, die beim Weltcup-Torlauf am Montag im Tiroler Kühtai als beste deutsche Skirennfahrerin nur Platz 23 ergatterte.

Auch knapp einen Monat vor den Weltmeisterschaften in den USA hat außer Viktoria Rebensburg keine deutsche Alpin-Dame die Norm für das Großereignis erfüllt; in der ersten Saison nach dem Rücktritt von Alleskönnerin und Frontfrau Maria Höfl-Riesch werden die Aussichten immer trüber.

"Wir fahren im Wettkampf nicht gut genug. Deshalb müssen wir uns auch mit der Kritik auseinandersetzen, das ist im Sport immer mal drin", sagte Wolfgang Maier, Alpinchef des Deutschen Skiverbandes (DSV). "Das Damen-Team ist im Slalom schon in einem richtigen Tief", erkannte er.

Das beste Slalom-Resultat in bislang vier Rennen dieses Winters bleibt Geigers 18. Platz aus Aspen Ende November - eine fast vernichtende Bilanz angesichts all der Erfolge der jüngeren Vergangenheit. "Wir wussten schon, dass die Saison nicht so einfach wird: Du hast dieses Riesenschutzschild Maria Höfl-Riesch nicht mehr vor dir", sagte Maier.

Geiger als einzige Deutsche im zweiten Lauf

Von einem Platz in den Top 15, der zumindest die halbe WM-Norm sichern würde, sind alle deutschen Torlauf-Fahrerinnen weit entfernt. "Das ist sicher ein enttäuschendes Slalom-Ergebnis, dazu müssen wir stehen, das versuchen wir auch gar nicht schön zu diskutieren", bestätigte Maier nach dem Wettkampf in Tirol, den Olympiasiegerin und Weltmeisterin Mikaela Shiffrin (USA) vor der Tschechin Sarka Strachova und Wendy Holdener aus der Schweiz für sich entschied. "Wir haben uns dennoch vorgestellt, dass wir mit mehreren Läuferinnen immer unter die ersten 30 reinkommen", gestand Maier.

Ski Alpin Doch das bleibt eine Wunschvorstellung. Als einzige DSV-Frau schaffte es in Österreich Geiger in den zweiten Lauf. Marina Wallner (35.), Marlene Schmotz, Maren Wiesler (beide 37.) und Lena Dürr (54.) fuhren dagegen nicht unter die besten 30 - wieder einmal. Wirth schied im ersten Durchgang nach einem technischen Fehler aus.

"Es ist halt schwer zurzeit, wenn die Maria nicht mehr da ist, es fehlt so eine Zugperson", bilanzierte Geiger. Was bleibt, ist ein wenig Hoffnung: "Wenn bei einem mal der Knopf aufgeht, dann zieht das auch die ganze Mannschaft mit, und dann wird das wieder", kommentierte die Frau aus Oberstdorf.

Shiffrin verdrängt Höfl-Riesch in ewigen Bestenliste von Rang zehn

Das Motto aus Maiers Sicht lautet weitermachen und "versuchen, besser zu werden". Irgendwie. Den Technik-Damen des Deutschen Skiverbands mit Ausnahme von Rebensburg bleiben jetzt nur noch zwei Gelegenheiten, um die Norm für die Ski-WM im Februar zu erfüllen: bei den Torläufen in Zagreb (4. Januar) und Flachau (13. Januar).


Solche Sorgen kennt Shiffrin überhaupt nicht. Die 19-Jährige feierte nicht nur ihren zehnten Slalomsieg im Weltcup, sondern verdrängte in der ewigen Disziplin-Bestenliste auch Maria Höfl-Riesch von Rang zehn. "Ich hatte richtig Spaß bei dem Lauf. Es hat geschneit, man hat nicht viel gesehen, aber ich habe es geschafft", erzählte sie. Pure Luxusprobleme für Geiger & Co. (dpa)