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"Ich habe kein Ultimatum"

29.11.2007 | 20:30 Uhr
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Tusem-Trainer Jens Pfänder verspürt nach wie vor die Rückendeckung der Verantwortlichen.Vor dem morgigen Spiel in Göppingen schauen sich die Essener heute den übernächsten Gegner Wetzlar an

HANDBALL 1. BUNDESLIGA Jens Pfänder weiß, dass mit jeder weiteren Niederlage der Druck auf ihn wachsen wird. Denn eine sportliche Negativserie wird immer zuallererst an der Person des Trainers festgemacht. Der Tusem-Coach verspürt aber nach wie vor die Rückendeckung der Verantwortlichen und will sich voll und ganz auf seine tägliche Arbeit konzentrieren. Anderslautenden Gerüchten entgegnet er: "Ich habe kein Ultimatum."

Horst-Gerhard Edelmeier, der Geschäftsführer des Tusem, und Pfänder hatten in dieser Woche ein langes Gespräch. "Und er hat mir dabei nicht das Gefühl gegeben, dass ich abgeschossen werden soll", so Pfänder. Natürlich ist der Trainer - und ist auch der Tusem - inzwischen fast schon zum Siegen verdammt. Aber die morgige Auswärtsaufgabe bei FrischAuf Göppingen (Anwurf: 19 Uhr, Hohenstaufenhalle), sie ist nun einmal erneut eine der kaum lösbaren. Doch was der Coach und was vor allem auch die Fans erwarten, ist zumindest ein anderes Auftreten als bei der desillusionierenden Vorstellung in der Vorwoche gegen Nordhorn.

Die Tusem-Delegation begibt sich bereits am heutigen Freitag auf die Reise gen Süden. Zwischenstation legt sie in Wetzlar ein, um sich dort das heutige Bundesliga-Kellerduell der gastgebenden HSG gegen die HBW Balingen vor Ort anzuschauen. Jene Wetzlarer sind am Samstag (15. Dezember) ja auch der Gegner im nächsten Tusem-Heimspiel. In der Nähe von Großwallstadt wird dann ein Hotel bezogen. Und am Samstagmittag bricht der Tusem-Bus dann zum Zielort Göppingen auf.

"Wir sind eine der letzten Mannschaften, die in der alten Hohenstaufenhalle ein Spiel austragen wird", sagt Pfänder. Die FrischAuf-Spielstätte wird in den kommenden Monaten aufwändig um- und ausgebaut. Mit Beginn 2008 wird der Verein dann seine Heimpartien vorerst in der noblen Porsche-Arena in Stuttgart austragen.

In Göppingen selbst geht es auf den Tribünen oft sehr hitzig zu. "Ich bin dort schon einmal mit einem Stück Kreide beworfen worden", erinnert sich Pfänder an eine blutende Platzwunde. Sportlich hingegen lief es bedeutend besser, konnte er in seiner Trainerkarriere doch bislang bereits dreimal mit drei verschiedenen Klubs Zählbares mitnehmen.

Das würde er natürlich auch morgen gern schaffen. Dabei muss Pfänder aber erneut auf die Mitwirkung von Sergio Ruiz Casanova verzichten. Der Spanier wurde am Dienstag im Training einem Spieltest ausgesetzt. Diesen bestand er jedoch nicht. "Ein Einsatz würde zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn machen. Wir hoffen aber, dass wir ihn für das Wetzlar-Spiel fit bekommen", erklärte der Coach gestern.

So wird die Schlüsselposition auf Rückraum-Mitte also auch in Göppingen wieder von Andrej Siniak und ersatzweise von Aljoscha Schmidt besetzt. Beide hatten zuletzt arg enttäuscht. "Wir werden die Flinte aber auf keinen Fall ins Korn werfen", spricht Pfänder diesem Duo nach wie vor das Vertrauen aus. Das muss er wohl mangels Alternativen auch. "Ich habe Joschi gesagt, dass er sich wieder auf die einfachen Dinge konzentrieren muss. Uns ist allen klar, dass er kein Mittelmann wird. Aber er ist in der Lage, uns punktuell weiterzuhelfen", so Pfänder. Denn in punkto Schnelligkeit und Wurfhärte bräuchte der etatmäßige Linksaußen keinen Vergleich scheuen.

Schmidt geht morgen in Göppingen mit einem Tapeverband und Spezial-Stützstrumpf ins Spiel. Die Sprunggelenks-Verletzung lässt laut Teamärztin Dr. Sabine Sörries einen Einsatz aber zu.

Von Thomas Richter

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