„Ich brauch noch ein paar Tage, um das zu realisieren“

Berlin..  Es bekam einen donnernden Applaus, wie es sich gehörte: Nach 68 Minuten war für Sebastian Kehl am Samstag sein letztes Spiel im Trikot von Borussia Dortmund beendet. Zwar feierte der Mittelfeldspieler abends ausgelassen mit Wegbegleitern, seinen Abschied nach 13 Jahren vom BVB hätte er sich trotzdem anders gewünscht.

1 Herr Kehl, den Pokal hatten Sie nicht mehr in der Hand. Das schmälert aber nicht Ihr fußballerisches Lebenswerk, oder?

Natürlich kann ich stolz sein auf das, was ich erreicht habe in meiner Karriere. Aber im Moment überwiegen die Niederlage und der verpasste Titel. Den hätten wir uns alle gewünscht, aber Sport ist kein Wunschkonzert. Am Ende haben es die Wolfsburger auch verdient. Es wird wohl noch ein paar Tage brauchen, um das zu realisieren. Es war leider heute kein wirklich schöner Tag für uns.

2 Was hat im Vergleich zu den Wolfsburgern gefehlt, um zum Ende Ihrer Karriere doch noch einmal Pokalsieger zu werden?

Eine absolute Kaltschnäuzigkeit. Wie sie die Tore in der ersten Halbzeit gemacht haben, war schon sehr gut. Die 3:1-Führung war für uns natürlich ein Schock. Wir haben uns in der Halbzeit natürlich vorgenommen, nochmal zurückzukommen, die Chance war auch da. Aber Wolfsburg hat es clever ausgespielt und am Ende auch verdient gewonnen.

3 Was ging Ihnen bei Ihrer letzten Stadionrunde nach Spielschluss durch den Kopf?

Ich wollte mich nochmal bei allen Fans verabschieden. Das war mein letzter großer Auftritt – zumindest als aktiver Spieler. Da waren schon einige dabei, von denen ich mich gerne verabschiedet hätte. Einige haben mich ja auf Jahre begleitet, die Familie war ja auch da. Und jetzt ist es vorbei.