HTC Uhlenhorst wie im Rausch ins Finale
19.06.2011 | 21:51 Uhr 2011-06-19T21:51:16+0200
Mülheim. Der HTCU entzaubert den Meister Rot-Weiss Köln und steht jetzt am kommenden Sonntag erstmals seit 1997 wieder im Finale der deutschen Meisterschaften. Nach dem Auftaktsieg der Kölner hatten sich die "Uhlen" zurückgekämpft und siegten mit 6:2.
Die Zeit für die großen Emotionen war bereits zwei Minuten vor dem Schlusspfiff angebrochen. Trainer André Henning und Co-Trainer Sven Meinhardt, zwei Männer in Freundschaft und im strahlenden Erfolg vereint, nahmen sich am Spielfeldrand in den Arm, um den Triumph der „Uhlen“ zu zelebrieren. In einem fantastischen Match hat der bereits für die Euro Hockey League qualifizierte Feldhockey-Bundesligist HTC Uhlenhorst den amtierenden Meister Rot-Weiss Köln mit 6:2 entzaubert und steht nun am kommenden Sonntag in Mannheim gegen den Club an der Alster erstmals seit 1997 wieder im DM-Finale.
"Echte Championmentalität" der Uhlenhorster
Lange und bewegte Nächte gehören im Uhlenhorst zur guten Feiertradition. Eine weitere folgte an diesem unvergesslichen Sonntag, als der HTCU bereits vor dem Endspiel eine Meisterleistung vollbrachte. Und immer wieder wurde auf eine Glanzleistung, bei der sich die ganze Mannschaft nach der Enttäuschung vom Samstag ganz, ganz oben in ihrer Leistungs- und Schaffenskraft bewies, angestoßen. „Nach dem Schuss vor den Bug im zweiten Spiel war dieser Auftritt einfach unfassbar. Die Mannschaft war total mutig und selbstbewusst. Heute war der Reifeprozess des Teams unübersehbar. Das war eine echte Championmentalität“, sprudelte es förmlich aus dem überglücklichen André Henning, der mit dem Finaleinzug wie alle anderen Protagonisten für seine leidenschaftliche und kompetente Arbeit belohnt wurde.
Der Auftakt gehörte nach dem Sieg am Samstag den grundoptimistischen Kölnern. Die erste kurze Ecke von Benjamin Weß parierte Björn Brinkmann in großer Manier (4.), um drei Minuten später beim Rückstand durch Tibor Weißenborn nicht ganz glücklich auszusehen. Zuvor hatte Jannik Otto den Torschützen laufen lassen.
Es passte zur raumgreifenden Siegermentalität dieses Tages, dass besagter Otto kurz darauf aus der Drehung den Ausgleich fabrizierte. Ein Treffer, der den HTCU beseelte und wie mit Kerosin versorgte. Fortan herrschte im Waldstadion der Sturm und Drang der Hausherren, die mit ihrer beseelten Arbeit immer wieder Ballverluste der taumelnden Rot-Weissen erzwangen. Hatte Tobias Matania den Ball noch knapp am langen Pfosten vorbeibugsiert, besorgte Abwehrspieler Ole Keusgen mit einer Energieleistung die Führung. Als Co-Produzent fungierte Thilo Stralkowski mit einem Zuckerpass Marke Weltklasse.
Mangelnde Offensivaktionen der Kölner
Offensivaktionen der Domstädter blieben derweil rare Ware. Als sie dennoch vor dem HTCU-Kasten auftauchten, war Brinkmann gegen Simon Greiner und Philipp Zeller auf dem Posten. Nach einer halben Stunde nahm Nationalspieler Stralkowski Anlauf zum ganz großen Auftritt. Das 3:1 resultierte aus einer staubtrockenen kurzen Ecke, das 4:1 entsprang einer unglaublichen Energieleistung. Hennings Hüpfer und der von den Mitspielern geherzte Stralkowski bedeuteten schon einmal einen Vorgriff auf die späteren Jubelszenen in der Partystätte Waldstadion.
Mit dem Wiederanpfiff taten die Kölner das, was sie unbedingt tun mussten: Sie forcierten ihre Angriffsbemühungen. Als der Niederländer Robbert Kemperman verkürzte, sorgte das bei den Gastgebern nicht für den Hauch von Unruhe. „Ich wusste, dass die Partie nicht mehr kippen wird,“ so Henning später.
Nein, an diesem Tag ging nichts mehr schief. Im Gegenteil, vor der großen Fete legte die Abteilung Attacke in Person von Stralkowski und Johannes Schmitz noch beherzt nach. Hut ab, Uhlen!
HTC Uhlenhorst -Rot-Weiss Köln
Ergebnis: 6:2 (4:1)
Tore: 0:1 (7.) Weißenborn, 1:1 (9.) Otto, 2:1 (16.) Keusgen, 3:1 (31., KE) Stralkowski, 4:1 (32.) Stralkowski, 4:2 (43., KE) Kemperman, 5:2 (61.) Stralkowski, 6:2 (64.) Schmitz
HTCU: Brinkmann, Rieger, Becker, P. Meyer, Keusgen, Schmitz, Matania, Stralkowski, Fürk, Polk, Rabente, F. Meyer, Fleckhaus, Rühr, Gehlen, Otto
RWK: Weinhold, S. Menke, Chorus, D. Montag, Bauwens-Adenauer, J.-M. Montag, C. Menke, Kemperman, Rickli, Weißenborn, B. Weß, Schwarzer, T. Weß, Brandes, Meurer, P. Zeller
Zuschauer: 1100
Gelbe Karte: Weißenborn (65.)
Schiedsrichter: Lubrich (TFC Ludwigshafen)/Bachmann (Klipper THC Hamburg)

09:00
Hallo HTCU,
das war GANZ GROSSES KINO!!! Selten so ein tolles Hockeyspiel gesehen!
Viel Glück in Mannheim,
Peter