HSV-Stürmer Olic mit Blaulicht in die Klinik

Hamburg..  Der Hamburger SV blickt in den Abgrund. Und dann gehen dem abstiegsgefährdeten Bundesliga-Dino vor dem Relegationsrückspiel beim Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC an diesem Montag (19 Uhr/ARD) auch noch die Stürmer aus. Vor allem um Ivica Olic müssen die Norddeutschen bangen. Seit Wochen plagen den Kroaten Rückenschmerzen, am Freitag erlitt er nach der Spritze durch einen Spezialisten einen allergischen Schock. Mit dem Hubschrauber kam der Notarzt, mit Blaulicht wurde Olic ins Krankenhaus gebracht und eine Nacht überwacht.

Am Samstag schaute der unermüdliche Kämpfer immerhin schon kurz beim Training vorbei. „Die ersten 20 Minuten bei meinem Anfall waren schlimm. Der Schock im ersten Augenblick war riesengroß“, sagte er. Herzrasen und Unwohlsein wurden von einem Wirkstoff ausgelöst, den er nicht vertrug. Wer Olic kennt, der weiß, dass er alles versuchen wird, um beim großen Finale im ausverkauften Wildpark dabei zu sein. Neben ihm fehlte am Samstag auch Ivo Ilicevic beim lockeren Fußball-Tennis-Turnier. Der Torschütze zum 1:1-Endstand im Hinspiel laboriert an Adduktorenbeschwerden.

Trainer Bruno Labbadia führte ein langes Gespräch mit dem ebenfalls angeschlagenen Torjäger Pierre-Michel Lasogga, der im Vorjahr den HSV mit seinem Tor zum 1:1 in der Relegation gegen Fürth gerettet hatte. Der Coach setzt weiterhin auf seine müden Stammspieler, Maximilian Beister traut er noch keine 90 Minuten zu: „Es ist nicht so einfach, er war ein Jahr lang verletzt.“

Eine Alternative ist nach den Sperren von Heiko Westermann und Gojko Kacar Bankdrücker Rafael van der Vaart. „Jeder ist eine Option, so viel Auswahl haben wir ja nicht“, betonte Labbadia. So könnte der Niederländer ein letztes Mal für die Hanseaten neben Marcelo Diaz vor der Abwehr auflaufen. Denn Petr Jiracek ist noch nicht fit.

Ein hauchdünner Strohhalm für die HSV-Anhänger ist die Relegationsgeschichte von Dennis Diekmeier: Schon 2009 und 2010 mit dem 1. FC Nürnberg und dann 2014 mit dem HSV glückte ihm das Nachsitzen um die Liga-Zugehörigkeit. „Jetzt will ich mit aller Macht zum vierten Mal in der Relegation erfolgreich sein“, sagte der 25 Jahre alte Rechtsverteidiger.

Aber die Karlsruher möchten auch im Rückspiel ein unbequemer Gegner sein. „Wir wollen zu Hause gewinnen und werden auf Sieg spielen“, sagte Trainer Markus Kauczinski. Dem Zweitligisten würde aber bereits ein 0:0 reichen, um die Rückkehr ins Oberhaus perfekt zu machen.