Horst Heldt droht Schalke-Stars mit Rauswurf: "Die Schonzeit ist vorbei"

Schalke-Manager Horst Heldt war bedient nach dem 0:2 der Schalker in Köln: "Das war der Tiefpunkt".
Schalke-Manager Horst Heldt war bedient nach dem 0:2 der Schalker in Köln: "Das war der Tiefpunkt".
Was wir bereits wissen
Für Schalkes Sportvorstand Horst Heldt war das enttäuschende 0:2 beim 1. FC Kölnder Tiefpunkt: “Wir lassen uns das nicht mehr bieten."

Köln.. Als die Spieler des FC Schalke 04 mit gesenkten Köpfen der Fan-Ecke entgegenschlichen, sahen sie ausgestreckte Arme und geballte Fäuste, und zu hören bekamen sie keine harmonischen Klänge. Was sich diese Profis am Sonntag bei der 0:2-Niederlage beim 1. FC Köln geleistet hatten, bündelte ihr Kapitän treffend in einen Satz: “Das war einer Schalker Mannschaft nicht würdig”, sagte Benedikt Höwedes, einer der ganz wenigen, die sich wenigstens angestrengt hatten.

Live-Ticker Köln feierte den endgültig gesicherten Klassenerhalt, Schalke hingegen taumelt orientierungslos dem Saisonende entgegen. In der Form der vergangenen Wochen haben die Königsblauen in der Europa League nichts zu suchen, und so wie sie auftreten, wollen sie diesen Wettbewerb wohl auch gar nicht erreichen. Nur zwei Punkte hinter ihnen lauern auf Platz sieben die Dortmunder Borussen, die schon mal 15 Punkte Rückstand hatten.

Horst Heldt: “Das war der Tiefpunkt”

“Das war der Tiefpunkt”, kommentierte Schalkes Sportvorstand Horst Heldt und drohte Rauswürfe an: “Wir lassen uns das nicht mehr bieten. Ich weiß nicht, ob alle Spieler in den nächsten 14 Tagen noch auf dem Trainingsplatz stehen werden. Die Schonzeit ist vorbei.”

Klassenerhalt Schalkes Trainer Roberto Di Matteo hatte seine Mannschaft umgekrempelt, hatte Julian Draxler, Kevin-Prince Boateng und Marco Höger in die Startelf beordert. Klaas-Jan Huntelaar fehlte wegen einer Gelbsperre, Jefferson Farfan, Max Meyer und Joel Matip hockten auf der Bank. Aber Di Matteo kann aufstellen und einwechseln, wen er will - die Spielweise und die Haltung ändern sich einfach nicht.

Köln kam schon besser in die Partie, baute mehr Druck auf, war agiler. Vor dem Tor allerdings waren die Kölner anfangs ähnlich ungefährlich wie die Schalker - bis zur 35. Minute. Schalke ließ sich klassisch auskontern, den ersten Schuss von Kazuki Nagasawa wehrte Torwart Ralf Fährmann noch ab, gegen den zweiten Ball von Marcel Risse war er dann machtlos.

Jens Keller sieht Schalke-Pleite im Stadion

Warum die Königsblauen immer noch nicht zum Saison-Endspurt ansetzten, darüber dachte auf der Tribüne sicherlich auch der frühere Schalker Trainer Jens Keller nach, der sich nicht zum ersten Mal gefragt haben wird, was eigentlich besser geworden sein soll seit seiner Ablösung im Oktober.

Einzelkritik Auch seinem Nachfolger Roberto Di Matteo war nicht entgangen, dass die Mannschaft wieder zu wenig Biss, zu wenig Leidenschaft, zu wenig Tempo zeigte. Es fehlte den Schalkern erneut an allen Grundtugenden. “Wenn ich das den Spielern nicht vermitteln kann, muss ich das auf meine Kappe nehmen“, gestand der Italiener. “Ich trage die Verantwortung für die Aufstellung und die Resultate.” Manager Horst Heldt hörte sich ähnlich an: “Das ist alles meine Verantwortung.”

Schalke-Trainingslager entfacht nur ein Leistungs-Strohfeuer

Di Matteo und Heldt fühlen sich offensichtlich ohnmächtig, sie hatten ja schon vieles versucht, um den Schlendrian zu vertreiben: Doch selbst das Trainingslager nach der Niederlage vor zwei Wochen in Mainz hatte nur die Wirkung eines Strohfeuers.

“Wir wollen euch kämpfen sehen”, brüllten die Schalker Fans vor Beginn der Schlussphase. Auch diese Reaktion ist nicht neu. Was ist das für eine Mannschaft, die immer wieder zu ihrer Pflicht aufgefordert werden muss? Beim zweiten Gegentreffer durch Yannick Gerhardt in der 90. Minute leistete sie schon keinen Widerstand mehr.

“Es ist schwierig, dafür die richtigen Worte zu finden”, sagte Di Matteo. “Und es wird auch schwierig sein, die Mannschaft jetzt auf das nächste Spiel am Samstag gegen Paderborn vorzubereiten. Um uns noch für die Europa League zu qualifizieren, müssen wir vieles verbessern.” Auch dieser Satz war in der Rückrunde schon häufig gefallen.