Holtwick/Semmler verpassen Bronze bei Beach-WM

Keine WM-Medaille für Deutschlands Beachvolleyball-Teams - auch die Berlinerinnen Katrin Holtwick und Ilka Semmler verpassten in Den Haag den Sprung auf das Treppchen.

Den Haag.. "Wir sind natürlich enttäuscht, es war ja nicht irgend ein Spiel", erklärte Block-Spezialistin Semmler, während bei ihrer Kollegin Holtwick die Tränen flossen. "Der Anfang des dritten Satzes war entscheidend", sagte die Abwehrspielerin.

Die Europameisterinnen von 2010 unterlagen in Den Haag im "kleinen Finale" den Weltranglisten-Fünften Juliana/Antonelli aus Brasilien nach einem umkämpften und spannenden Spiel mit 1:2 (25:23, 18:21, 9:15). Damit kehren die deutschen Sand-Stars erstmals seit 2007 ohne Medaille von einem Weltchampionat zurück. "Platz vier ist im Moment ein kleiner Tiefschlag. Aber beide haben seit Jahren wieder einmal bewiesen, dass sie zu einem Höhepunkt Top-Leistungen abrufen können", sagte Trainer Tilo Backhaus.

Im zweiten Satz war vor 5000 Zuschauern die Medaille ganz nah. "Wir hatten immer das Gefühl, wir können es packen", berichtete Semmler, die sich nach dem bitteren Ende am schnellsten fing. "Wir haben die deutsche Fahne hier hochgehalten", sagte die 29-Jährige stolz. Rang vier, der neben 28 000 Euro Prämie auch 700 wertvolle Punkte für die Olympia-Qualifikation bringt, ist für die Berlinerinnen bei ihrer vierten WM-Teilnahme die beste Platzierung. In Rom 2011 und bei den Olympischen Spielen 2012 in London hatte das Duo Rang neun erreicht.

Im Halbfinale waren Holtwick/Semmler beim 0:2 gegen das brasilianische Duo Lima/Fernanda ohne Chance geblieben. Damit standen ein Jahr vor dem Olympia-Turnier an der Copacabana von Rio de Janeiro drei brasilianische Teams auf dem WM-Podium. Agatha und Barbara holten sich mit einem 2:0 (21:18, 22:20) im Finale gegen ihre Landsfrauen Lima/Fernanda erstmals den Titel.

Deutschland hat in der WM-Geschichte seit 1997 bisher fünf WM-Medaillen gewonnen, drei davon durch Julius Brink. "Insgesamt muss man schon sagen, es ist enttäuschend, wenn man Holtwick/Semmler rausnimmt", sagte der Olympiasieger von 2012 zum WM-Abschneiden des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV). Brink, der wegen einer Verletzung seine aktive Karriere beenden musste, ist bei der WM in Holland als TV-Experte dabei.

Drei deutsche Frauen-Teams, mit großen Ambitionen gestartet, waren bereits in der ersten K.o.-Runde ausgeschieden. Für die WM-Dritten von 2013, Jonas Erdmann und Kay Matysik aus Berlin, kam das Aus im Achtelfinale.

Bei den Männern bekommen die Niederlande ihr erhofftes Heim-Endspiel. Das Gastgeber-Team Reinder Nummerdor und Christiaan Varenhorst setzte sich in einem heiß umkämpften Halbfinale gegen die Weltranglisten-Ersten Pedro/Evandro aus Brasilien mit 2:1 durch und treffen dort auf das starke brasilianische Duo Alison/Bruno. Alison hatte 2011 in Rom zusammen mit Emanuel bereits WM-Gold gewonnen.