Historisch

Für den Fall, dass Sie ein Freund des unnützen Fußball-Wissens sind und auch zukünftig bei allen Quiz-Gelegenheiten gut abschneiden wollen, dann sei Ihnen ans Herz gelegt, sich den 30. Mai 2015 zu merken. Es ist der Tag des DFB-Pokal-Finals zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg. Es ist der Tag, an dem es erstmals in der Geschichte des deutschen Fußballs eine Technologie geben wird, die dem Schiedsrichter assistiert bei der Frage: Tor oder kein Tor?

14 Kameras werden im Berliner Olympiastadion peinlich genau begutachten, ob sich der Ball mit vollem Umfang hinter die Linie bewegt hat. Hawkeye heißt der Spaß so schön englisch. Auf Deutsch: Falkenauge.

Der BVB selbst hatte im vergangenen Jahr mit dem nicht gewerteten Tor von Mats Hummels gegen Bayern München dafür gesorgt, dass die Diskussion neu entflammte – und nun endlich auf ewig die Zweifel verschwinden.

Dieter Hecking, der Trainer des VfL, findet das allerdings gar nicht so richtig super. Er bedauert, dass zukünftig in den Büros und Kneipen dieses Landes keine strittigen Szenen mehr zu diskutieren sind. Es lässt sich Hecking also eine gewisse Hasenfüßigkeit in Sachen Falkenauge unterstellen.

BVB-Trainer Jürgen Klopp teilt die Meinung seines Kollegen jedenfalls nicht. „So habe ich auch gedacht“, sagt er, „bis zum vergangenen Jahr.“

Klopp - kalt wie eine Hundeschnauze und verbal in bester Verfassung.

Es sind seine letzten Auftritte in Diensten des BVB. Und schon allein aus humoristischen Gründen bleibt zu hoffen, dass er danach nicht allzu lange Pause macht.

Und ein Grund mehr, sich den 30. Mai einzuprägen.