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DFB-Sportgericht

Hertha akzeptiert Rekordsperre für Kobiaschwili

04.06.2012 | 14:28 Uhr
Hertha akzeptiert Rekordsperre für Kobiaschwili
Lewan Kobiaschwili ist am Montagmittag vom DFB-Sportgericht für siebeneinhalb Monate gesperrt worden.Foto: dapd

Frankfurt/Main.  Rekordstrafe für Lewan Kobiaschwili: Der Spieler von Hertha BSC Berlin wird nach dem Schlag gegen Bundesliga-Schiedsrichter Wolfgang Stark für siebeneinhalb Monate gesperrt. Das hat das DFB-Sportgericht am Montagmittag entschieden - Hertha BSC hat dieses Urteil akzeptiert. Kobiaschwili hatte zugegeben, Stark nach dem Relegationsspiel in Düsseldorf geschlagen zu haben.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Lewan Kobiaschwili vom Bundesliga-Absteiger Hertha BSC mit einer Rekordstrafe belegt. Nach den skandalösen Vorfällen rund um das Relegations-Rückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und den Berliner (2:2) verurteilte der DFB den Georgier zu einer Sperre von siebeneinhalb Monaten bis zum 31. Dezember 2012. Kobiaschwili hatte zuvor zugegeben, Schiedsrichter Wolfgang Stark nach dem Abpfiff geschlagen zu haben. Ursprünglich hatte der DFB-Kontrollausschuss ein Jahr Sperre gefordert.

"Bei der Bemessung der Sperre für Lewan Kobiaschwili wurde insbesondere sein Geständnis berücksichtigt, das auch auf das Strafverfahren und einen möglichen Zivilrechtsstreit ausstrahlen kann. Im Übrigen erleidet der Spieler durch die Sperre hohe Einkommensverluste", sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts. Stark hatte Kobiaschwili noch in der Schiedsrichterkabine wegen Körperverletzung angezeigt . Der Unparteiische aus Ergolding erlitt einen Bluterguss im Nackenbereich.

Hertha akzeptiert, um sich auf die neue Saison zu konzentrieren

Auch die Hertha-Akteure Thomas Kraft und Andre Mijatovic wurden wegen Schiedsrichterbeleidigung vier beziehungsweise drei Spiele gesperrt. Hertha-Manager Michael Preetz verkündete indes, die Sperren hinzunehmen. "Wir haben uns gemeinsam mit unseren Spielern unter Berücksichtigung der Sachverhalte und einer rechtlichen Einschätzung dazu entschlossen, diese Strafen zu akzeptieren. Damit ist das Sportgerichtsverfahren für die Spieler abgeschlossen, und wir können uns auf die neue Saison konzentrieren ", sagte er.

Das Urteil gegen Christian Lell, der Hertha wohl bald verlassen soll und dem vorgeworfen wird, den Düsseldorfer Assani Lukimya-Mulongoti angespuckt zu haben, soll in dieser Woche fallen.

Bisherige Rekordsperre stammte aus der Saison 1966/67

Zwar kam Kobiaschwili nun um das Schicksal herum, erst wieder in der Rückrunde der kommenden Saison von den Berlinern eingesetzt werden zu können - dennoch ist in der Bundesliga-Geschichte noch nie ein Spieler wegen einer Tätlichkeit für siebeneinhalb Monate aus dem Verkehr gezogen. Den bisherigen Rekord hielt Timo Konietzka. Er hatte in der Saison 1966/67 eine Sperre von sechs Monaten erhalten.

Doch nicht nur für Kobiaschwili, mit 336 Bundesligaspielen Rekord-Ausländer im deutschen Fußball-Oberhaus, ist die immer noch drakonische Strafe bitter. Auch die Berliner trifft die Strafe nach dem sportlichen Abstieg hart.

Kobiaschwili ist über Abschluss des Verfahrens froh

Noch auf der Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche hatte der umstrittene Manager Michael Preetz den Abwehrspieler als wichtige Stütze für den angepeilten Wiederaufstieg bezeichnet - und dafür Pfiffe und Buhrufe geernet. Zudem sollte auch Torwart Kraft bei der sofortigen Rückkehr in die Bundesliga eine tragende Rolle spielen, zumindest zum Saisonstart ist der ehemalige Bayern-Keeper nur Zuschauer.

Doch Kobiaschwili zeigte sich nach der Entscheidung der Hertha erleichtert : "Ich werde dieses Urteil akzeptieren, damit ich weiter Fußball spielen kann. Meine Familie und ich haben in der letzten Zeit sehr gelitten, daher bin ich jetzt sehr froh, dass das Verfahren abgeschlossen ist. Ich habe die volle Rückendeckung von Hertha BSC und freue mich, dass ich ab Januar der Mannschaft auch auf dem Platz wieder helfen kann."

Der Düsseldorfer Andreas Lambertz hatte zudem gegen seine Zwei-Spiele-Sperre wegen des Haltens eines Bengalischen Feuers keinen Einspruch eingelegt. Zudem muss er 5000 Euro Strafe bezahlen.

(sid)



Kommentare
04.06.2012
16:27
Hertha akzeptiert Rekordsperre für Kobiaschwili
von oldgreywolve | #4

" ...Im Übrigen erleidet der Spieler durch die Sperre hohe Einkommensverluste", sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts. "

Wie jetzt?
Bekommt er waehrend der Sperre kein Geld von Hertha ( ich hoffe es )?
Oder wird sein Werbevertrag ausgesetzt?
Muss er jetzt Arbeitslosengeld oder vllt. sogar Hartz IV beantragen?
Wird Hertha-Manager Preetz einen Spendenaufruf starten?

Fragen ueber Fragen - aber vorher schalte ich noch die Ironie aus!!!!

04.06.2012
16:07
Hertha akzeptiert Rekordsperre für Kobiaschwili
von Olli-B | #3

Amateure bekommen zwischen einem Jahr und lebenslang...

04.06.2012
15:46
Siebeneinhalb Monate Sperre für Herthas Kobiaschwili
von Hanseman | #2

Stadionverbote dauern z.Zt drei Jahre.

Daran hätte man sich auch hier bei der Strafbemessung gegen einen im Stadion prügelnden Hooligan orientieren sollen.

Bundesligaspieler haben ja angeblich auch eine Vorbildfunktion für Jugendliche!

04.06.2012
15:19
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Name von Moderation entfernt | #1

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