Hentke schwimmt deutschen Schmetterling-Rekord

Im Wasser ballte Franziska Hentke die Faust, an Land umarmte sie nach deutschem Rekord und Weltjahresbestleistung über 200 Meter Schmetterling erstmal ihren Trainer.

Essen.. Die Magdeburger Schwimmerin sorgte am Freitag drei Wochen vor WM-Beginn für den Glanzpunkt der German Open in Essen. In 2:05,26 Minuten verbesserte Hentke die sechs Jahre alte Bestmarke von Annika Mehlhorn aus der Ära der Hightech-Anzüge um 1,19 Sekunden. "Ich bin sprachlos. Ich wusste, dass ich gut drauf bin. 2:05 ist einfach unfassbar", sagte Hentke.

Schneller als die WM-Neunte war in diesem Jahr weltweit noch keine Schwimmerin. Hentke steigerte ihre persönliche Bestzeit um fast 1,8 Sekunden und war 16 Hundertstelsekunden schneller als die Australierin Madeleine Groves, die bisher die Weltjahresbestzeit hielt. "Wahnsinn. Endlich ist der Knoten geplatzt. Wir haben alle drauf gehofft, dass das bald mal klappt. 2:05 ist ein Brett", kommentierte Chefbundestrainer Henning Lambertz. Von einer WM-Medaille will Hentke noch nicht reden, sie peilt zunächst ihr erstes WM-Finale an.

Beim letzten Teil der deutschen WM-Qualifikation hatte die 26-Jährige bereits über 400 Meter Lagen ihr Ticket für die WM in Kasan vom 24. Juli bis 9. August gesichert. Hentkes Heimtrainer Bernd Berkhahn hatte schon am Vormittag den deutschen Rekord angekündigt.

Die Qualifikation für die Titelkämpfe in Russland perfekt machten auch Alexander Kuhnert aus Gelnhausen, Lokalmatadorin Isabelle Härle und Lisa Graf. Die Berlinerin blieb als Zweite über 200 Meter Rücken in 2:11,78 Minuten hinter der bereits qualifizierten Jenny Mensing (Wiesbaden/2:09,78) unter der Finalnorm. Kuhnert löste über 200 Meter Schmetterling in 1:58,44 Minuten sein Ticket. Freiwasserschwimmerin Härle schlug über 1500 Meter Freistil nach 16:18,99 Minuten an. Seine gute Form unterstrich Christian vom Lehn in 1:01,27 Minuten über 100 Meter Brust. Der WM-Dritte von 2011 hatte sich sein WM-Ticket bereits vergangenen Monat über die doppelte Distanz gesichert.

Bis zu den Wettkämpfen in Essen hatte sich bereits ein gutes Dutzend Schwimmer für die WM-Einzelstarts in Russland qualifiziert. Bei den German Open müssen die mit einem Zeitaufschlag versehenen DM-Zeiten in Vorlauf und Finale bestätigt werden. Weltrekordler Paul Biedermann und Europameister Marco Koch sind ebenso wie der Olympia-Vierte Steffen Deibler für die WM vornominiert.