Helena Fromms Traum vom Olympia-Gold
19.08.2008 | 11:07 Uhr 2008-08-19T11:07:00+0200Iserlohn. Gibt es in Kürze wieder olympisches Gold für Deutschland? Schaut man auf die sportlichen Leistungen der Europameisterin Helena Fromm, scheint es zumindest nicht ganz unwahrscheinlich, dass demnächst in Peking die deutschen Taekwondoka im Mittelpunkt stehen werden.
Helena Fromm absolvierte einen Großteil ihres Vorbereitungstrainings für Olympia in Iserlohn bei Trainer Carlos Esteves vom TKD Center. Jetzt rückt ihr erster olympischer Kampf immer näher. Esteves glaubt an einen Erfolg: „Das Finale ist das Ziel. Mit etwas Losglück kann sie es ganz weit bringen.” Die Hoffnungen wurden nun weiter bestärkt, denn bei der Auslosung in Peking hatten die deutschen Taekwondoka das nötige Quentchen Glück und haben jetzt gute Chancen, die ein oder andere Medaille mit nach Hause zu bringen. Ab Mittwoch (9 Uhr Ortszeit/3 Uhr MESZ) starten die ersten Kämpfe.
Helena Fromm wird am Freitag erstmals antreten (in der Klasse bis 67 kg). Carlos Esteves, gleichzeitig auch Nachwuchs-Bundestrainer, kennt sie genau, trainierte die letzten Wochen zwei- bis dreimal pro Tag mit ihr und weiß: „Sie hat einfach eine unwahrscheinliche mentale Stärke. Beim Kampf ist sie auf den Punkt genau fixiert und unheimlich kontrolliert.” Daher ist sich ihr Heimtrainer auch so sicher, dass Helena Fromm nicht ohne Edelmetall zurückkehren wird. „Sie ist noch nie ohne Medaille nach Hause gekommen und auch nur sehr schwer zu schlagen.”
2005 zwang sie ein Kreuzbandriss zu einer längeren Pause. Als sich die Sportlerin aus Oeventrop 2006 wieder zurückkämpfte und sogar Vize-Europameisterin wurde, schien einer erfolgreichen Zukunft nichts im Wege zu stehen. Doch ein Jahr später wieder ein herber Rückschlag - der zweite Kreuzbandriss, diesmal am anderen Bein! „Dann zerplatzen erstmal alle Träume”, erinnert sich ihr Trainer. „Aber ich habe daran geglaubt, dass sie es schafft. Ich habe nie den Glauben an sie oder unser Ziel verloren.”
Tatsächlich arbeitete sich Helena Fromm ein zweites Mal heran an die Weltspitze. Es war also auch abseits des Spielfeldes ein harter Kampf. Umso erstaunlicher, dass sie bereits bei der Europameisterschaft ein halbes Jahr später wieder topfit war und den Titel holte. Bei so einer bemerkenswerten Leistung und unbändigem Kampfgeist verwundert es nicht, dass Helena Fromm zu den Besten der Welt gehört, die diese Woche in Peking gegeneinander antreten. Ihre Auftaktgegnerin am Freitag wird Mariama Dalanda Barry aus Guinea sein - der erste Schritt auf dem Weg zum ersehnten Gold. (mari)

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