Heimstärke Alaaf

Slawomir Peszko verteilte Strüssjer als Scheich. Timo Horn und Dominic Maroh kamen als Toiletten-Männer verkleidet. Zum 65. Mal feierte der Fußball-Bundesligist 1. FC Köln seine Karnevalssitzung - und trotzdem war es eine besondere.

Nicht wegen der Verkleidungen. Nein, das Besondere war, dass der „FC“ erstmals als offizieller Karnevalsverein zum närrischen Treiben lud. Seit der Aufnahme durch das Festkomitee spielt der Aufsteiger schließlich auch beim ureigensten Kölner Hobby in der ersten Liga.

Trainer Peter Stöger erschien vielleicht auch deshalb in der Uniform der Ehrengarde und machte den Auftakt der Lacher-Parade mit seinem Ruf „Heimstärke Alaaf“. Zehn Heimspiele, ein Sieg, fünf Unentschieden und vier Niederlagen - wohl dem, der das mit Humor betrachten kann.

Den größten Witz dieses Abends fomulierte aus Kölner Sicht aber Stephan Grühsem wenige Kilometer entfernt ausgerechnet in Düsseldorf. Der Aufsichtsrat des VfL Wolfsburg sagte beim Sponsor’s Sportbusiness Summit (SpoBiS) genervt: Sein Klub sei 1945 gegründet worden und habe deshalb „mehr Tradition als der 1. FC Köln“.

Den erfand man drei Jahre später - und zog den Wolfsburgern trotzdem bis heute in punkto Vereinskultur um Jahrhunderte davon. Selbst als Karnevalsklub.