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Heimspiel-Meier feiert auswärts

20.09.2008 | 13:14 Uhr
Heimspiel-Meier feiert auswärts

Ausgerechnet seinen großen Ehrentag muss Norbert Meier auswärts feiern: Mit Fortuna Düsseldorf tritt Meier am Samstag in der Dritten Bundesliga bei Erzgebirge Aue an – mehr als 500 Kilometer entfernt von Familie und Freunden, die mit Meier gerne auf seinen 50. Geburtstag angestoßen hätte.

Für Meier ist sein Geburtstag selbstverständlich erstmal zweitrangig. Seine Jungs sollen „ein vernünftiges Spiel machen“, das sei schon Geschenk genug für den Fußball-Lehrer, der die Prioritäten genau einzuordnen weiß. „Wir haben ein wichtiges Spiel und allein darauf werden wir uns konzentrieren“, so der Fortuna-Trainer.

Bevor Meier die Verantwortung im Rheinland übernahm, war er bereits als Trainer bei Borussia Mönchengladbach, Dynamo Dresden und dem MSV Duisburg tätig. Dort erlangte der Trainer im Jahr 2005 unrühmliche Berühmtheit, als er der erste Trainer war, der eine Schwalbe machte: Während des Bundesliga-Spiels seiner Zebras gegen den 1. FC Köln versetzte Meier Albert Streit an der Außenlinie einen Kopfstoß und ließ sich dann selbst theatralisch fallen. Der Kölner sah die Rote Karte und Meier leugnete auf der Pressekonferenz nach dem Spiel auf etwas subtile Art seine Tat. Die Fernsehbilder entlarvten den Trainer, der für diese Schwalbe vom Sportgericht des DFB ein vorläufiges Berufsverbot erhielt. Sein Arbeitgeber entließ ihn eine Woche später.

Wohl die bekannteste Aktion von Norbert Meier, aber sicherlich nicht die Wichtigste in seiner langen Karriere. Inzwischen ist Meier jedoch rehabilitiert. Als Spieler kickte der damalige Mittelfeldspieler in der höchsten deutschen Spielklasse von 1981 bis 1992 und stand für Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach insgesamt 292 Mal auf dem Rasen.

1988 wurde er unter Otto Rehagel mit Werder Bremen und zusammen mit Thomas Schaaf Deutscher Meister. Auch das Nationalmannschaftstrikot trug Meier. 16 Mal lief er für Deutschland auf und erzielte beim 4:2-Sieg der DFB-Elf gegen Jugoslawien zwei Treffer.

Mit 34 Jahren beendete Meier seine aktive Karriere - mit einer Schnapszahl von 111 Auswechslungen in seiner Bundesliga-Zeit. Vor allem bei Auswärtsspielen musste Meier vorzeitig aus dem Spiel, weshalb man ihm den Spitznamen „Heimspiel-Meier“ gab.

Dass der Trainer Norbert Meier seinen 50. Geburtstag ausgerechnet auswärts feiern muss, passt irgendwie…

David Nienhaus

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