Hecking beurlaubt: VfL Wolfsburg am Abgrund

Wolfsburg..  Der VfL Wolfsburg in der Krise – mal wieder. Eigentlich sollte nach der verkorksten Vorsaison ja alles besser werden. Doch statt des erhofften Aufschwungs geht der Absturz weiter. Nach dem 0:1 gegen RB Leipzig am Sonntag und mit sechs Zählern aus sieben Spielen sind die Wolfsburger in der Fußball-Bundesliga kein Europacup-Aspirant – sondern ein Abstiegskandidat. Das musste Konsequenzen haben.

Gestern wurde Trainer Dieter Hecking, seit vier Jahren im Amt, nach der dritten Saisonniederlage entlassen. Nur 25 Punkte aus 24 Spielen, obwohl Wolfsburg 42 Millionen Euro in acht neue Spieler investiert hatte – da konnte Manager Klaus Allofs nicht anders. Seine erste Trainerentlassung in 17 Jahren überhaupt. „Es macht keinen Sinn, eine Erklärung in die eine oder andere Richtung abzugeben“, so Allofs.

Für die VfL-Fans war die Sache schon vorher klar: Nicht erst seit dem Leipzig-Spiel hatten sie mit Sprechchören den Rausschmiss des 52-Jährigen gefordert. Am Samstag steht die Partie beim SV Darmstadt an. „Die Reaktion muss aus der Mannschaft kommen“, fordert Allofs und setzt auf die Erkenntnis der Spieler, „dass es kein Kalkulieren mehr gibt, sondern nur noch alles oder nichts.“

Übergangsweise wird der ehemalige Werder- und Bayern-Profi Valérien Ismaël, Franzose und bisher U23-Trainer in Wolfsburg, das Training übernehmen. Das Ziel gibt Allofs vor: „Viele Spieler sind nicht bei 100 Prozent und nicht in der Lage, das hohe Tempo mitzugehen“, erklärt der Manager. Dazu zählt er Mario Gomez, Luiz Gustavo und Vieirinha. Allesamt waren sie angeschlagen, standen jedoch gegen Leipzig in der Startelf. Fitte Spieler wie Yannick Gerhardt oder Daniel Caligiuri saßen auf der Bank. Das ist natürlich Sache des Trainers. Den neuen Cheftrainer muss Allofs jetzt suchen.

„Wir müssen doch in unserer Geschichte nicht weit zurückschauen“, sagt Allofs und erinnert an die Saison 2014/15. „Als wir Pokalsieger und Vizemeister geworden sind, in der Champions League erfolgreich gespielt haben, war das über eine totale Bereitschaft, mehr zu tun als der Gegner. Wer das vergessen hat, kann sich an Leipzig oder anderen Mannschaften orientieren“, erklärt er. Unter dem Strich heißt das: Dem VfL fehlt es an Siegeswillen – und Allofs ist es mit Hecking nicht gelungen, diesen dem Team einzuimpfen.

Das Hecking-Aus ist nach Viktor Skripnik (Bremen) und Bruno Labbadia (HSV) die dritte Trainer-Entlassung der Saison.

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