Hausding/Klein wollen bei Heim-EM Rekord-Abo verlängern

Nein, eine Medaillenprognose war Lutz Buschkow partout nicht zu entlocken. "Wir wollen an die vergangene EM anknüpfen und unter den Top-Drei-Nationen sein", sagte der Chefbundestrainer der deutschen Wasserspringer vor den Europameisterschaften in Rostock.

Rostock.. Vom 9. bis 14. Juni kämpfen 13 Deutsche in elf Wettbewerben um Edelmetall, Platzierungen und auch um Quotenplätze für Olympia 2016 in Rio. Vor zwei Jahren gab es in Rostock zwei Gold- und je vier Silber- und Bronzemedaillen. 2014 holten die deutschen Springer im Rahmen der Schwimm-EM von Berlin ebenfalls zehn Medaillen (3-3-4).

DEUTSCHE CHANCEN sind an zwei Namen festzumachen: Patrick Hausding und Sascha Klein. Hausding war vor einem Jahr mit drei EM-Titeln erfolgreichster Springer. Der Berliner tritt diesmal auch im Team-Wettbewerb an, verzichtet dafür auf das Ein-Meter-Brett und wie auch Sascha Klein auf das Einzel vom Turm. Der Fokus liegt klar auf den olympischen Disziplinen Drei-Meter-Brett und Turm: Hier sichern die Einzel- und Synchron-Europameister ihren Ländern einen festen olympischen Startplatz für die Spiele in Rio. Nach seiner Schulterverletzung soll Martin Wolfram vom Turm wieder zu alter Stärke zurückfinden. Bescheidener sind die Aussichten bei den Frauen: Titel wären eher eine Überraschung, Medaillen sind für Tina Punzel oder Nora Subschinski drin. Endgültig festgelegt werden müssen die Starts erst am Dienstag.

DAUERBRENNER: Sascha Klein und Patrick Hausing können ihre außergewöhnliche Serie verlängern. Seit 2008 gewannen die Weltmeister bei Europameisterschaften das Synchronspringen vom Turm. Ein neunter Titel in Serie ist mehr als wahrscheinlich, wären da nicht ihre....

VERLETZUNGEN UND BLESSUREN: Klein verzichtet als WM-Dritter wegen seiner chronischen Schulterproblemen auf einen Einzelstart vom Turm. Auch Hausding plagt sich mit diversen Blessuren herum, beispielsweise macht die Patellasahne seit Jahren Schwierigkeiten. Aber auch ohne viel gemeinsames Training hat das routinierte Duo oft genug Erfolge gefeiert.

KONKURRENZ: Vor allem die Ukraine und Russland wollen Deutschland Medaillen und Olympia-Quotenplätze streitig machen. Sonst ist die komplette europäische Elite am Start. Einzig die Briten schonen ihre besten Kräfte um Turm-Ex-Weltmeister Tom Daley für die WM in Kasan Ende Juli.

HALLE: Die Neptunschwimmhalle atmet Tradition. 1955 wurde sie als eine der damals modernsten Hallenschwimmbäder Europas mit 25-Meter-Bahn, Marmorsaal und Wandelgängen eröffnet. Nach millionenschweren Sanierungen erscheint der Komplex in altem Glanz. Neben der Kurzbahn-EM 1996 finden dort alljährlich der internationale Springertag statt.

TV: Am Wochenende überträgt das ZDF jeweils die Entscheidungen im Einzel und Synchron vom Turm der Männer (Samstag/Sonntag jeweils ab 14.00 Uhr).

Der deutsche Kader für die EM der Wasserspringer:

Frauen (6): Maria Kurjo (Berlin), Tina Punzel, Louisa Stawczynski (beide Dresden), Nora Subschinski, My Phan, Elena Wassen (alle Berlin)

Männer (7): Timo Barthel (Dresden), Stephan Feck (Leipzig), Patrick Hausding, Oliver Homuth (beide Berlin), Sascha Klein (Dresden), Dominik Stein (Leipzig), Martin Wolfram (Dresden)