„Hatte gehofft, die Voraussetzungen wären andere“

Nach dem Aufstieg des TuS Erndtebrück in die Regionalliga und dem eigenen Abstieg in die Oberliga gehen die Sportfreunde Siegen als fußballerische Nummer 2 der Region in die neue Saison. Am Montag startet die Mannschaft von Trainer Michael Boris in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit. Ein Gespräch mit dem Coach über eine ungewöhnliche Sommerpause.

1 Herr Boris, Sie waren drei Wochen im Urlaub. Haben Sie sich gut erholt von den Strapazen der vergangenen Saison?

Sagen wir so: In manchen Momenten fühle ich mich, als wäre ich nie im Urlaub gewesen.

2 Aber immerhin sind Sie noch da. Es hieß, Sie würden mit anderen Vereinen verhandeln.

Manches von dem, was zu lesen war, wurde heißer gekocht als es hätte sein müssen. Da wurden Vereine als potenzielle Interessenten ins Spiel gebracht, die es so nicht gab.

3 Aber?

Aber Fakt ist, dass es Vereine gab und gibt, mit denen ich mich beschäftige. Weil die Perspektive in Siegen heute nicht der entspricht, die man mir schilderte, als ich im November das Team übernahm, hat der Verein mir dies gestattet.

4 Beim Mitabsteiger KFC Uerdingen sollen Sie abgesagt haben? Die Stelle ist aber noch frei.

Ich habe dort gesagt, dass ich den Job erstmal nicht übernehmen würde, weil die Umstände nicht stimmten. Aber das ist natürlich grundsätzlich ein reizvoller Verein.

5 Vor Ihrem Urlaub stand Siegen mit sechs Spielern, ohne Team-Manager und Physiotherapeuten da. Sehen Sie mittlerweile klarer in die Zukunft?

Immerhin werden wir am Montag genug sein, um trainieren zu können. Ich erwarte inklusive der Probespieler um die 16 Spieler beim Training. Mit dem jüngst neu installierten Sportvorstand Reiner Jakobs gibt es wieder jemanden, der neben mir für die Kaderplanung zuständig ist. Einen neuen Physiotherapeuten haben wir zwar noch nicht, aber ich denke, dass wir da in Kürze Vollzug werden melden können.

6 Sieben Neuzugänge stehen fest. Wie zufrieden sind Sie bisher mit der Ausbeute?

Das sind gute, talentierte Jungs. Aber aufgrund der Höhe des Etats auch sehr viele junge Leute.

7 Freuen Sie sich darauf, dass es nun wieder losgeht?

Es ist Fußball, darauf freue ich mich immer. Und auf die Jungs freue ich mich total, das steht fest. Aber ich hatte ehrlicherweise schon gehofft, dass die Voraussetzungen, unter denen wir an der Oberliga-Saison arbeiten, andere wären.