Handballer verlieren zweiten WM-Test in Island knapp

Reykjavik..  Dem Überraschungssieg folgte eine unglückliche Niederlage: Gut 24 Stunden nach dem 31:24-Coup verloren die deutschen Handballer am Montag in Reykjavik den zweiten WM-Test gegen Island mit 24:25 (12:12). 20 Sekunden vor Schluss scheiterte Patrick Wiencek an Islands Torhüter Björgvin Gustavsson und vergab so den Ausgleich. Dennoch überzeugte die Auswahl des Deutschen Handballbundes, in der Kapitän Uwe Gensheimer mit neun Treffern der beste Torschütze war.

„Wir haben zu viele Chancen liegen gelassen. Die Abwehr war gut, damit können wir leben. Aber insgesamt haben wir zu viel verworfen“, sagte Teammanager Oliver Roggisch, der Weltmeister von 2007. „Der Gesamteindruck der beiden Spiele ist trotzdem positiv. Hier haben viele Leute überrascht, die bisher nicht so im Fokus waren. Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Zum Abschluss der Vorbereitung trifft das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Freitag in Stuttgart und am Samstag in Mannheim jeweils auf Tschechien. Am 13. Januar reist der Tross zur WM nach Doha in Katar. In der Gruppe D sind Polen, Russland, Dänemark, Argentinien und Saudi Arabien die Vorrundengegner. Die ersten Vier qualifizieren sich für das Achtelfinale.

In der zweiten Partie auf Island entwickelte sich im Gegensatz zum Vortag, als die deutsche Mannschaft zum Start weg einem Rückstand hinterherlief, zunächst ein ausgeglichenes Spiel. Erst nach dem 6:6 (17.) gerieten die Gäste ins Straucheln. Vier Gegentore in Serie zum 6:10 (22.) waren ernüchternd, zumal zwei Tore in Unterzahl durch Würfe ins leere deutsche Tor fielen. Zudem hatte der WM-Fünfte Deutschland zuvor zahlreiche gute Chancen nicht genutzt. Doch das Team um Spielmacher Martin Strobel wirkte erstaunlich abgeklärt und ließ sich durch den Rückstand nicht entmutigen. Zur Pause hieß es 12:12.

Auch in der zweiten Halbzeit erholte sich die deutsche Mannschaft von einem Vier-Tore-Rückstand beim 13:17 (39.), kämpfte sich auf 16:17 (42.) heran, blieb aber zunächst im Hintertreffen. Dann gelang doch noch der Ausgleich, Pa-trick Groetzki traf zum 21:21 (52.). Doch zum erneuten Sieg reichte es nicht mehr.