Tusem jubelt - Handball-Meister THW Kiel kommt nach Essen

Der THW Kiel feierte Anfang Juni seine 20. Deutsche Meisterschaft - und kommt im August nach Essen.
Der THW Kiel feierte Anfang Juni seine 20. Deutsche Meisterschaft - und kommt im August nach Essen.
Foto: imago/objectivo
Was wir bereits wissen
Die erste Runde im DHB-Pokal wird erstmals als Final-4-Turnier an 16 Standorten ausgetragen. Tusem Essen empfängt Mitte August u.a. den Deutschen Meister THW Kiel. Im Halbfinale treffen sie Essener aber zunächst auf den Drittligisten DHK Flensborg.

Essen.. Vor einer Woche noch saß Tusem-Chef Niels Ellwanger mit seinen sportlich Verantwortlichen im Büro seiner Firma an der Norbertstraße, um Dinge für die kommenden Saison in der 2.Handball-Bundesliga zu erörtern. Ja, und irgendwie kam das Gespräch dann auch auf den DHB-Pokal. „Dann ziehen wir natürlich THW Kiel“, grinste Ellwanger in die Runde. Der Deutsche Rekordmeister und Champions League-Halbfinalist? Na klar, man darf ja mal träumen.

Gestern saßen sie in Essen dann alle gebannt vor Laptop oder Computer, um den Livestream von der Pokal-Auslosung aus der Geschäftsstelle des Deutschen Handbundes in Dortmund zu verfolgen. Es dauert knapp fünf Minuten, bis klar war: Der THW Kiel kommt, der Meister läuft tatsächlich am 15./16.August am Hallo in Stoppenberg auf. „Das ist fantastisch, besser geht’s nicht. Ein absolutes Traumlos“, schwelgt Ellwanger in Superlativen.

Kiel kommt ins Revier, aber noch ist es gar nicht sicher, ob der Tusem auch gegen die „Zebras“ antreten darf, denn erstmals wird diese erste Pokalrunde im Final-4-Modus ausgetragen, also in Turnierform. 64 Mannschaften spielen an 16 unterschiedlichen Orten: Halbfinale, Finale - nur der Sieger kommt ins Achtelfinale, wo das K.o.-System wieder greifen wird.

Essen ist im Halbfinale Favorit

Der Tusem muss sich zunächst im Halbfinale mit DHK Flensborg auseinandersetzen. Die Dänen sind als Oberliga-Meister in die 3.Liga Nord aufgestiegen und haben den deutschen Amateuerpokal gewonnen. Dennoch machbar. Ach was, auf dem Papier ist der Gastgeber Favorit. Weit mehr noch die Kieler im anderen Halbfinale gegen den Drittligisten VfL Fredenbeck. „Unser Ziel ist es natürlich, im Finale gegen Kiel zu spielen“, sagt Ellwanger und mahnt vorsichtshalber schon jetzt volle Konzentration gegen Flensborg an.

Auslosung Das Achtelfinale bleibt für die Essener freilich utopisch. Aber darum geht es auch gar nicht. Der Tusem kann gleich zum Saisonstart mit einem „Leckerli“ aufwarten. Die Halle am Hallo wird vermutlich richtig voll werden, denn eine solche Ausnahmemannschaft wie den THW Kiel haben sie in dieser Region lange nicht mehr gesehen.

Und genau das ist ein Grund, warum die Verbandsverantwortlichen den Austragungsmodus geändert haben. Die regionalen Final-4-Turniere sollen Attraktivität und Aufmerksamkeit schon in Runde eins steigern. Und ein solches Paket ist allemal lukrativer, als eine Reise nach Rostock, wie sie der Tusem in Runde zwei der vergangenen Saison auf sich nehmen musste. Das war eher ein Zuschussgeschäft. Aber großartig verdienen werden die Essener auch diesmal nicht, selbst wenn die Hütte an zwei Tagen rappelvoll ist. Von den Einnahmen müssen die Verbandsabgaben abgezogen, die Anreise der Gäste bezahlt werden. Dann erst wird durch vier geteilt. Aber zumindest der Werbeeffekt dieser Veranstaltung dürfte unbezahlbar sein.

Die Spiele am 15. und 16.August werden jeweils nachmittags ausgetragen. Details zur Organisation will der Zweitligist in der kommenden Wochen bekannt geben. Dann erfahren die Fans auch, ab wann und wo sie die Karten für das Pokal-Turnier bekommen.