Trotz Viertelfinal-Aus - Der DHB hat seinen guten Ruf zurück

Eine von vielen positiven Überraschungen im DHB-Team bei dieser WM: Paul Drux.
Eine von vielen positiven Überraschungen im DHB-Team bei dieser WM: Paul Drux.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Die Niederlage gegen Gastgeber Katar war ärgerlich, aber nicht skandalös. Der deutsche Handball hat trotzdem viel gewonnen bei dieser WM. Ein Kommentar.

Essen.. Vorab: Deutschlands Handballer haben ihr Viertelfinalspiel bei der Weltmeisterschaft in Katar trotz fragwürdiger Schiedsrichter-Entscheidungen verdient verloren. Das Team des Gastgebers präsentierte sich in besserer Tagesform, die zuvor so selbstbewusst und kampfstark aufgetretenen Deutschen leisteten sich diesmal zu viele Fehler und vergaben zu viele Chancen. Dennoch sind ihnen bei diesem Turnier, bei dem sie immerhin noch den Weg Richtung Olympia ebnen können, bereits wichtige Reparaturarbeiten gelungen: Ihr Spiel kann sich wieder sehen lassen, ihr vor einem halben Jahr noch ramponierter Ruf ist wieder hergestellt.

Und sie haben am Mittwoch ja nur formell gegen Katar verloren – tatsächlich standen sie einer Weltauswahl gegenüber. Mit viel Geld gelockt und eingebürgert wurden Top-Handballer aus Serbien, Montene­gro, Spanien, Frankreich und Kuba.

Das widerspricht zwar erheblich dem Geist des Sports – ist aber kein Skandal, weil die Statuten des Handballs solche abstoßenden Vorgehensweisen ermöglichen. Auch Deutschland verstärkte sich einst mit Oleg Velyky, Bogdan Wenta und Andrej Klimovets – Katar nutzte die Gesetzeslücke nur deutlich konsequenter. Im Fußball darf kein Profi, der bereits ein Pflichtländerspiel absolviert hat, nach einem Wechsel der Nationalität noch für ein anderes Land auflaufen. Wenigstens dies wirkt beruhigend im Hinblick auf die Fußball-WM 2022 in Katar.